Frage: Herr Lach, welchen Bezug hat ein katholischer Theologe zum Reformationstag der Protestanten?

Lach: Einen sehr positiven. Während des Studiums hat es Vorlesungen und Seminare geben, um sich die Bedeutung dieses Tages ins Bewusstsein zu rufen. Immerhin handelt es sich um ein sehr bedeutungsvolles Datum in der Geschichte.

Frage: Was ist aus Ihrer Sicht denn die größte Leistung von Martin Luther?

Theater und Musik zum Reformationstag

Eine besondere Veranstaltung gibt es n diesem Sonnabend ab 18 Uhr in der Ganderkeseer St. Cyprian- und Corneliuskirche zum Reformationstag: Sopranistin Stefanie Golisch (Bremen) singt mehrere geistliche Konzerte. Begleitet wird sie dabei von Ximena Fernandez und Gerlind Meyer-Bahlburg auf barocken Violinen, Kreiskantor Thorsten Ahlrichs spielt Orgel. Pastorin Uta Brahms hält die Andacht.

In Bookholzberg ist um 17 Uhr in der Auferstehungskirche ein kleines Theaterstück unter dem Titel „Chaostage in Wittenberg“ zu sehen. Danach startet ein Laternenlauf. Zum Abschluss gibt es gegrillte Würstchen und Popcorn.

Lach: Keine Frage: die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache. Es ist ein Wert an sich, die Bibel in der Muttersprache zu lesen und zu hören. Ohne die Reformation hätten wir nicht so viele schöne Lieder, übrigens auch in der katholischen Kirche. Dass wir in der Kirche so viel singen, verdanken wir Martin Luther und der Reformation. Luther wollte reformieren, aber die Kirche eigentlich nicht spalten.

Frage: Heute rückt die Ökumene stärker in den Blickpunkt, auch in der Gemeinde Ganderkesee.

Lach: Das ist richtig. Beispielsweise den 11. November, den Sankt-Martins-Tag, begehen wir in Ganderkesee seit vielen Jahren mit einem ökumenischen Gottesdienst. Der Gottesdienst für mich nicht mehr denkbar, ohne dass ein evangelischer Kollege neben mir steht – in diesem Jahr Pastor Michael Kalisch, der mir ein lieber Kollege und Freund ist. Übrigens: Als Kind, aufgewachsen im Ruhrgebiet, hatte ich Bedenken, eine evangelische Kirche zu betreten. Aus heutiger Sicht einfach unvorstellbar. Ich habe selbst schon einen evangelischen Gottesdienst am Reformationstag besucht.

Frage: Im Jahr 2017 feiert die evangelische Kirche 500 Jahre Reformation. Ist das für Sie ein Thema?

Lach: Natürlich, da werden wir im Ökumenekreis nicht daran vorbei kommen. Es wird darüber nachgedacht, ob aus diesem Anlass der 31. Oktober als nationaler Feiertag begangen werden soll. Das halte ich durchaus für bedenkenswert.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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