GANDERKESEE Den letzten Schultag vor den Weihnachtsferien hatten sich die nahezu 30 Schüler des Ganderkeseer Gymnasium mit Schwerpunkt Musik womöglich anderes vorgestellt. Besinnliche Weihnachtslieder, die auf die bevorstehenden Festtage einstimmen sollen: Fehlanzeige.

Der Schierbroker Musikpädagoge Stefan Lindemann nahm die Oberstufenkurse Musik der Klassen 11 und 12 mit auf eine Reise quer durch die zeitgenössische Musik. Bereits im Herbst hatten die Musiklehrer Oliver Walker und Silke Terhorst mit dem „;Neuen in der Musik“; begonnen. Nun stellten sie ihren Klassen mit Lindemann einen zeitgenössischen Komponisten hautnah vor.

Der Schierbroker machte den Jugendlichen deutlich, dass Manches an der Neuen Musik gar nicht so neu ist. Ungewöhnliche Anklänge gab es bereits bei Kompositionen von Beethoven und Haydn. Und auch die Zeit des Impressionismus habe sich von vorherigen Strömungen abgehoben. Da es bestimmte Akkordkombinationen schon viel früher gegeben hat, sei so manches Neue gar keine Neuigkeit mehr.

Neben den „;Etüden für Angreifer“; des französischen Komponisten Alain Louvier, in denen sogar der Einsatz von Handflächen und Unterarmen erforderlich ist, stellte Lindemann mit Musikwerken wie „;Bagatell“; auch Kompositionen aus der eigenen Werkstatt vor. Mit „;El-Pi“; (steht für Elektronik und Piano) sorgte er bei den Schülern für erstaunte Gesichter, denn da demonstrierte er, was mit einem Klavier alles anstellbar ist. Er ermutigte die Jugendlichen, ihre Instrumente selbst entsprechend auszuprobieren.

Lindemann setzte abwechselnd seine Fingerkuppen und -nägel ein sowie einen Stick, mit dem er gegen die Innenwände des Flügels klopfte und schließlich mit dem Deckel knallte. „;Jeder Flügel ist anders gebaut“;, so sein Fazit. Vor jeder Aufführung sollte sich der Pianist mit dem Flügel genauestens auseinandersetzen, weil daran eine Choreographie orientiert sei.

Ziel der Unterrichtsstunden war es, eine Lanze für die Neue Musik zu brechen und mehr Offenheit gegenüber neuen Sichtweisen zu geben. „;Man ist sehr tonal orientiert“;, sagte Lindemann. Es sei sehr spannend, darüber hinaus zu gehen.

Neue Musik ist sehr unberechenbar und unharmonisch und erreicht möglicherweise nicht die, die an harmonische Verläufe gewöhnt sind. „;Es ist anstrengend, sich die Musik anzuhören“;, sagte Schülerin Lara Reckziegel aus der 12. Klasse. Auch ihre Mitschülerin Sarah Tammen gab zu: „;Diese Musik hat ein bestimmtes Schema, das ich nicht so sehe.“;

Christine Henze Volontärin / NWZ-Redaktion
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