Wildeshausen Der seit Jahren in Wildeshausen diskutierte Neubau der Orgel in der Alexanderkirche nimmt konkrete Formen an. Am Montag, 16. März, wird ein Orgelförderverein gegründet, der die 825 000 Euro für die neue Orgel und den Umbau der Empore beschaffen soll. Rund 240 000 Euro sind quasi schon im Sack (Eigenmittel: 72 000 Euro, Verkauf alte Orgel: 50 000 Euro, Zuschuss Oberkirchenrat: 118 000 Euro).

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde hatte sich im Vorjahr erneut dagegen ausgesprochen, die Kleuker-Orgel aus den 1970er Jahren zu sanieren. „In den 50er, 60er und 70er Jahren wurden dem Zeitgeist entsprechend auch im Orgelbau Kunststoffe und Spanplatten verwendet“, erklärte Kantor Ralf Grössler. „Heute weiß man, dass das ein Fehler war.“ Eine Restaurierung der Orgel würde viel Geld kosten, aber den Klang in der Alexanderkirche nicht verbessern, weil beim Bau der Orgel konzeptionelle Fehler begangen worden seien. „Der Neubau der Orgel ist technisch und finanziell die vernünftigste Lösung“, so Grössler.

Mit dem Neubau der Orgel, der Königin der Instrumente, soll auch die Rosette, das große bunte Fenster über dem Haupteingang, wieder freigelegt werden. Verdeckt das jetzige Orgelprospekt die Rosette, werden die großen Pfeifen der neuen Orgel rechts und links des Fensters angeordnet.

„Künftig soll das natürliche Licht durch die Rosette scheinen und die ganze Pracht dieses Fenster zum Vorschein bringen“, meinte Gerlinde Plate (Gemeindekirchenrat). Hierbei gehe es um die Alexanderkirche als Gesamtkunstwerk.

Die Bedeutung der Alexanderkirche untermauerte Franz Duin (Sonderausschuss Orgelbau). „Die Alexanderkirche wird in Wildeshausen nicht nur als evangelische Kirche betrachtet. Wer die Alexanderkirche betritt, steht mitten in der Geschichte von Wildeshausen.“ Das Gotteshaus sei auch als Kunstwerk historisch bedeutsam. Duin: „Und das ist für uns beim Neubau der Orgel mit der Freilegung der Rosette mit entscheidend.“

Wann mit dem Orgelbau begonnen wird, steht noch nicht genau fest. Die Kirchengemeinde benötigt mindestens 50 Prozent der Investitionssumme von 825 000 Euro, um vom Oberkirchenrat das Startsignal zu bekommen. „Und dann würde es noch drei Jahre dauern, bis die Orgel steht“, sagt Grössler, „weil die Auftragslage des Orgelbauers Woehl so gut ist“. Waldemar Woehl hat auch die Orgeln in der Leipziger Thomaskirche und in der Vechtaer Klosterkirche gebaut.

Für die Gründungsversammlung versendet der Sonderausschuss Orgel 500 Einladungen an Persönlichkeiten im Landkreis Oldenburg. Aber auch sonst sind alle Bürger am 16. März um 19 Uhr in der Alexanderkirche willkommen, um sich persönlich über das Orgelprojekt informieren zu lassen oder sich im Orgelförderverein zu engagieren.


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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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