Kirchhatten Dazu gehört eine Menge Mut und Kreativität: mit einem fast dreistündigen Programm, das von Bach bis Bowie reicht, aufzutreten. Und das auch noch unter dem ironisch selbstbewussten Namen „Sensationelles Konzert-Duo“.

Doch was den Zuhörern am Freitagabend im Rathaus der Gemeinde Hatten in Kirchhatten geboten wurde, war wirklich erstklassig. Fritz Knipper und Gunnar Greszik spielten - nein, sie zelebrieren klassische und populäre Musik auf höchstem Niveau und in brillanter Ausführung. So viele Weltklassekompositionen der unterschiedlichsten Musikstile – Klassik, Latin, Barock, spanischer Folklore, Boogie, Blues, Jazz und Rock’n Roll – gibt es nicht alle Tage in einem Konzert zu hören.

Afrikanische Rhythmen

Manfred Huck begrüßte als stellvertretender Bürgermeister die Musiker nach der Eröffnung durch „Black Orpheus“ von Louis Bonfa und einem Intro aus afrikanischen Rhythmen und Improvisationen. Er freute sich über den voll besetzten Konzertsaal.

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Das Konzert zeigte: Der Musiker Fritz Knipper ist ein klassisch- und weltmusikorientierter Musiker, der mit seinem Spiel emotionale Tiefe erreicht und sowohl melancholische Töne als auch leuchtende, melodische Sequenzen zum Klingen bringt. Gunnar Greszik singt mit beeindruckender Stimme, ist ebenfalls ein versierter Gitarrist mit von Folk und Blues beeinflusstem Feeling und kreativer Improvisationsgabe.

Die beiden Musiker setzten den jeweils anderen melodieführenden und improvisierenden Interpreten mit delikaten Rhythmen und Harmonien mitreißend in Szene. Zum Beispiel bei Stücken wie „Blue Monk“, „Come rain or come shine“ oder „Scrapple from the apple“. Knipper moderierte die Stücke sympathisch an, wenngleich der Welthit „What a wonderful World“ von Louis Armstrong vom Publikum sogleich erkannt wurde.

Unverwechselbarer Stil

Nach „Ashes to ashes“ von David Bowie folgten „Dock of the Bay“ von Steve Chopper und Otis Redding sowie ein Walzer aus einer Serenade für Streicher von Peter Tschaikowsky, den die Interpreten mit südamerikanischen Rhythmen unterlegten.

Temporeich und energiegeladen ging es mit dem Konzertgitarrenstück „Cavatina“, komponiert von Stanley Myers, „See, that my grave it can’t clean“, einem uralten Blues von Blind Lemmon Jefferson, mit einer spektakulären Bottleneck-Improvisation sowie „La Vie en Rose“ von Edith Piaf weiter.

Mit „Canzonetta De vieni alla fenestra“ aus Don Giovanni von Mozart, im Original mit Mandoline und Orchesterbegleitung gespielt, „Dream a little Dream“ von den Mamas und Papas sowie dem „Walzer Opus 69 Nr.1“ von Frederic Chopin und „Milonga Triste“ von Hugo Diaz, einem ursprünglich mit Mundharmonika gespielten Tango, der erstmals als Gitarrenarrangement interpretiert wurde, demonstrierte das Duo eindrucksvoll den eigenen, unverwechselbaren Stil.

Knipper ist als Solist in Bühnenmusiken, als Orchestermusiker in Staatsorchestern und als Dozent für Gitarre an der Carl-von-Ossietzky-Universität tätig. Greszik, der 2012 ein Stipendium vom Land Niedersachsen für Kunstmusik erhielt, wirkt als Komponist, Arrangeur und musikalischer Leiter für Bühnenmusik am Oldenburgischen Staatstheater. Gemeinsam bescherten sie dem Publikum in Kirchhatten einen wundervollen Abend.

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