GANDERKESEE Im 36. Ganderkeseer Rathauskonzert präsentierten die Veranstalter am Freitagabend den Zuhörern wieder ihre „Lieblingsdisziplin“: Musik aus der Zeit des Barock.

Aus dieser Zeit stammt auch die sechssaitige Gambe von Sara Ruiz. Der jungen Spanierin wurde das Instrument von einem österreichischen Kloster leihweise zur Verfügung gestellt.

Carsten Lorenz (Cembalo) und Rafael Muñoz (Theorbe) trugen mit ihrer steten musikalischen Präsenz zum geradezu idealen Zusammenspiel bei. Der Blickkontakt des Cembalisten ließ nicht die geringsten Unebenheiten bei Einsätzen zu.

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Mit den „pièces de caractère“ führte das Programm an den Hof Ludwig des Vierzehnten und bestach durch den virtuosen Reichtum der Barockmusik in ihrem Wechsel von strengen Regeln mit ausdrucksstarken Affekten.

Dies gilt für alle Komponisten dieses Abends, sei es nun Marin Marais oder Vater und Sohn Forqueray. Ebenso gehört der nahezu unbekannte Robert de Visée dazu.

So kam die höfische Musik mitunter auch sehr gefällig und melodiös daher, doch zwei Kompositionen von Marais fielen hörbar aus der Reihe: „Tombeau pour Monsieur de Sainte Colombe“ und die 32 Couplets de Folies.

Sara Ruiz bestach hier nicht nur durch ihre emotionale Spielweise, sondern entzückte auch mit ihrer charmant auf deutsch vorgetragenen Erläuterung, wie „Tombeau“ zustande kam. Hatten sich Marais und sein Lehrer Sainte Colombe zwar im Leben voneinander entfernt, weil Marais als Musiker die Öffentlichkeit vorzog, wogegen Sainte Colombe lieber zu Hause spielte, war doch die Trauer bei dem Tode des bewunderten Lehrers übermächtig. Nach Aussage der Gambenspielerin entstand daher dieses „Grabstück“. Die Zuhörer fühlten nicht nur die bewegende Trauer und die spannungsgeladene Auflehnung gegen den Tod, sie waren auch fasziniert von den hohen technischen Anforderungen für die Gambe mit Doppelgriffen, Vibrati und extremen Sprüngen. Mit wohltuender Verspätung setzte heftiger Beifall ein.

Befreiend die 32 Couplets de Folies von Marin Marais, auch hier gepaart mit kompositorischen Raffinessen für die Spieler. Sara Ruiz kann sich keine besseren Partner für ihre geradezu musikalische Pantomime wünschen.

Carsten Lorenz und Rafael Muñoz überzeugten auch als Solisten, der Cembalist mit einer Allemande von Forqueray und der Theorbist mit einem Prélude und einer Chaconne von Robert de Visée.

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