GANDERKESEE „Der Lichthof ist ja so voll besetzt wie zu den Rathaus-Konzerten“, freute sich Michaela Keil-Schmelz, Musiklehrerin des Gymnasiums Ganderkesee, als sie die Besucher des Schüler-Kammerkonzerts im Rathaus begrüßte. Und die vielen Zuhörer erlebten dann auch einen überaus farbigen musikalischen Abend. Das begann schon mit der Auswahl der Kleidung der elf musizierenden Nachwuchskünstlerinnen. Am abwechslungsreichsten erwies sich jedoch die Auswahl der Kompositionen über eine Spannbreite von sechs Jahrhunderten.

So gefiel das Flötenensemble „Alte Musik“ mit den Flötistinnen Inga Hansing, Johanna Hasler, Anja Noster, Gina Stubbemann, Nele Stubbemann und Lina Harders an der Gambe (Jahrgänge 9 bis 12) mit höfischer Tanzmusik aus dem Mittelalter und der Renaissance, wobei zeitweilig eine Flöte durch Fagott ersetzt wurde, was dem zarten Gambenton zugute kam.

Sprung in die Jetztzeit

Anica Menkens-Siemers (Jg. 7) am Klavier sprang gleich in die Jetztzeit mit Filmmusik des jungen Komponisten Jann Tiersen aus der „Wunderbaren Welt der Amelie“. Sie überraschte aber auch mit Mozarts „Alla Turca“ und dem Des-Dur-Prelude von Chopin durch persönlich gefärbte Interpretation und beeindruckende Fingerfertigkeit.

An Salome Rutayungwas (Jg. 9) eleganter Bogenführung erkannte man bereits die Handschrift ihres Cellolehrers Marc Francoux, doch schien ihr „Le Cygne“ von Saint-Saëns noch mehr zu liegen als das Präludium aus der Suite Nr. 1 G-Dur von J. S. Bach, zumal sie beim „Schwan“ pianistische Unterstützung durch ihre Mutter genoss.

Ebenso wurde Salomes Schwester Isabella (Jg. 11) mit ihrer Klarinette von der Mutter begleitet. Der warme Klarinettenton und stilsicheres Gespür für das „Andantino con moto“ von Niels W. Gade ließen beglückt aufhorchen.

Ballade von Gade

Das galt auch für Pia Siemer (Jg. 11) an der Klarinette, die mit Michael Steinau am Klavier ebenfalls eine Komposition von Gade zu Gehör brachte, die Ballade aus „Fantasiestykker“ op.43. Die junge Pianistin entpuppte sich dabei als geborene Kammermusikerin – kleinste Temporückungen ergaben eine spannungsgeladene Dramaturgie.

Doch die größte Überraschung lieferte sie mit der Sonatine für Klavier von Maurice Ravel: Musikalisch und technisch ausgereift spielte sie sich mit Ravels harfenähnlichen Impressionen in die Herzen der begeisterten Zuhörer, die allen jungen Musizierenden mit lang anhaltendem Beifall dankten.

PS: Gibt es in Ganderkesee eigentlich auch musizierende Jungen?

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