„Grüppenbühren, wo liegt das denn?“, war die erste Reaktion des Bremers Horst Benkenstein (75), als er von einem Bekannten hörte, dass dort ein alter Bauernhof verkauft werden sollte. Das war vor genau 40 Jahren. Fettenhenne ist ein Ortsteil von Grüppenbühren und dort steht nur ein Hof. Hier ist Horst Benkenstein dann nach mehrmonatigen Umbau-und Sanierungsarbeiten im Dezember 1975 mit seiner Familie eingezogen. Horst Benkenstein ist in Bremen geboren und aufgewachsen.

Sein älterer Bruder brachte ihn zur Musik. Zunächst lernte er Akkordeon und später Bass. Mit vier Kollegen gründeten die Benkenstein-Brüder eine Band und spielten an Wochenenden auf Tanzveranstaltungen für Jugendliche. „Das war die Anfangszeit des Rock’n’Roll“, erinnert sich Horst Benkenstein.

Später gründete er mit fünf anderen Musikern das „Hansa-Swingtett-Bremen“. Sie spielten internationale Musik und machten sich gerade in Bremen einen guten Namen. Alles, was in Bremen Rang und Namen hatte, verpflichtete diese Band für private Feiern. Auch bei einigen Kreuzfahrten spielten die Hobbymusiker aus Bremen – und das bis noch vor einigen Jahren.

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Für gewisse Zeit spielte Horst Benkenstein zusätzlich in einer Band, die sich auf Jazz spezialisiert hatte. „Die Musik zum Beruf zu machen – daran habe ich nie gedacht“, erzählt Horst mir. „Das war immer eine schöne Abwechslung und dadurch konnte ich mir auch meine Hobbys finanzieren.“

Wind und Meer reizten ihn schon immer, und es gab eine Phase, da wäre er auch gerne zur See gefahren. „Es ist irgendwie nicht dazu gekommen“, erzählt Horst. Vielleicht auch dadurch, dass ein Freund mit einem Boot im berüchtigten Bermuda-Dreieck untergegangen ist.

„Mit der Weser vor der Tür bin ich irgendwie zum Bootfahren gekommen und habe auch meinen Bootsführerschein gemacht. Als ein Bootsbauer einen Maschinisten suchte, habe ich mich gemeldet und ihm in meiner Freizeit geholfen. Als Lohn wollte ich kein Geld, sondern ein Boot.“ So kam Horst Benkenstein zu seinem ersten Sportboot.

Sein Traum war aber ein richtiger Kutter. Als er in Greetsiel einen Kutter sah, der abgewrackt werden sollte, war es um ihn geschehen: Er kaufte den Kutter mit dem Namen „Kormoran“ und machte ihn wieder flott. „Wir fahren viel nach Skandinavien. Die weiteste Route war bis nach Schweden“, so Horst Benkenstein.

Des öfteren Gast auf seinem Boot war der Showmaster Hans-Joachim Kulenkampff. Nicht nur der „Kormoran“ ist nach wie vor sein ganzer Stolz, sondern auch seine Oldtimer, die er mit viel Liebe aus vielen Einzelteilen zusammenbaut. Einer dieser Oldtimer ist ein Borgward Isabella. Hiermit hat er seine jüngste Tochter Maike auf ihrer Hochzeit zur standesamtlichen Trauung chauffiert.

Beim Automobilhersteller CFW Borgward machte Benkenstein von 1953 bis 1956 seine Ausbildung zum Maschinenschlosser und arbeitete anschließend dort. Dann musste er seinen Wehrdienst ableisten und hätte danach gerne wieder bei Borgward gearbeitet, aber das war nicht mehr möglich. „Da ist man ein Jahr weg und schon geht Borgward pleite“, kommentiert Horst Benkenstein.

Er folgte dem Rat seines Großvaters und wurde wie er Berufsfeuerwehrmann. Hier war er häufig in einer 24-Stunden-Schicht und hatte dafür einige Tage frei. Diese nutzte er besonders, als er 1975 einen in die Jahre gekommenen Hof kaufte, um diesen mit Berufskollegen wohnbar zu machen.

Inzwischen hatte er auch seine Ehefrau Evelyn überzeugt, dass es sich auch außerhalb von Bremen schön leben lässt. „Wir suchten eine neue Wohnung und hatten schon ein Objekt in Bremen in der Parkstraße in Aussicht, als Horst mit diesem alten Bauernhof um die Ecke kam. Anfangs wollte ich nicht aus Bremen weg, dann war ich aber schnell begeistert, und das hat sich bis heute nicht geändert“, erzählt Evelyn Benkenstein.

Aber nicht nur Familie Benkenstein war vom neuen Wohnort begeistert, sondern auch die neuen Nachbarn. Horst ist eine Bereicherung für das Dorf – da sind sich alle einig.

Horst BenkensteinMaschinenschlosser, Hobbykapitän, Musiker und Hofbesitzer aus Grüppenbühren

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