Lohne /Schönemoor „Lohne lohnt sich“: Mit diesem Slogan wirbt die gleichnamige Stadt im Landkreis Vechta. Stimmt das denn auch? „Es ist eine aufstrebende Stadt. Das Leben hier ist angenehm“, bestätigt Pastor Dirk Range, der dort seit nunmehr viereinhalb Jahren in der evangelischen Kirche St. Michael seine Predigten hält.

Rückblick: Range war mehr als 20 Jahre in der Schönemoorer Kirche St. Katharinen aktiv, ehe es ihn zum 1. Juli 2008 nach Lohne zog. „Ich sage immer, ich bin vom Rest der Welt in das Oldenburger Münsterland gekommen“, flachst der 54-Jährige und ergänzt: „In Lohne gibt es viele Dinge, über die man staunen kann – im positiven Sinne.“ So müsse er sich beim Gesang des Kyrie am Altar festhalten, weil das Echo so kräftig ertönt, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Etwa 27 000 Einwohner leben in Lohne, circa 4000 davon sind laut Range evangelisch. „Die älteren Mitglieder unserer Kirchengemeinde haben mir davon erzählt, wie schwierig es früher war, in dieser Stadt evangelisch zu sein. Jetzt ist es ganz selbstverständlich.“

Zahlreiche Gottesdienste

In Lohne gibt es zahlreiche Gottesdienste, zum Beispiel unter der Woche, für Schulen oder Jugendliche. Sogar ein Motorradgottesdienst mit etwa 100 Maschinen findet jedes Jahr im Sommer statt. „Das ist mein Ding geworden“, bekennt Dirk Range. Am meisten freut es ihn, dass viele Gottesdienste ökumenisch gehalten werden.

Dennoch merke man, „dass Lohne eine deutlich katholisch geprägte Stadt ist“. Alle Grundschulen seien in katholischer Trägerschaft, auch die meisten Kindergärten. Immerhin: Die Stadt bemühe sich um Trägervielfalt. So wird nach den Sommerferien erstmals ein evangelischer Kindergarten eröffnen. „In Vechta hat der erste evangelische Kindergarten vor etwa zwei bis drei Jahren eröffnet, der Probelauf ist abgeschlossen. Dort können wir uns gegebenenfalls Tipps holen“, sagt Range.

Ein weiterer Punkt der ihm am Herzen liegt: die Integration. Menschen aus 80 Nationen, so der Pastor, leben in Lohne. Viele Spätaussiedler seien hier aufgenommen worden: „Sie prägen natürlich das Gemeindebild.“ Die Stadt habe sich deshalb das Thema Integration auf die Fahnen geschrieben und beziehe die Kirchengemeinde ein. Sprachkurse finden beispielsweise im Gemeindehaus statt. „Das ist sehr schön“, freut sich Range. Als Pastor, der Familien seelsorgerisch begleitet, lerne er auch die „ganz anderen Biografien und Schicksale“ der Spätaussiedler kennen.

Vielbeschäftigter Mann

Dirk Range ist in Lohne also ein vielbeschäftigter Mann. Nur noch selten findet er den Weg zurück nach Schönemoor, Kontakt zu ehemaligen Weggefährten und Nachbarn besteht überwiegend per Telefon oder E-Mail: „Es gibt so viele spannende Sachen hier, ich bin permanent eingebunden.“ Seine Frau Wiebke trat zur selben Zeit eine Stelle als Pastorin in Damme an. Auch sie sei dort glücklich, berichtet er.

Ein gemeinsames Hobby der beiden: Das Singen im Madrigalchor Vechta. „Und der Hund treibt uns nach draußen“, ergänzt Range. „Das Pfarrhaus, das wir bewohnen dürfen, liegt am Rand von Lohne. Die Landschaft um uns herum ist wirklich schön“, schwärmt der Pastor. Letztlich kommt er nach nunmehr viereinhalb Jahren zu dem Fazit: „Lohne lohnt sich“.

Lars Herrmann Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.