GANDERKESEE Wer vor einigen Wochen den Auftritt des weltberühmten Hilliard Ensembles im Rahmen des Bremer Musikfestes in der Alexanderkirche in Wildeshausen miterlebt hat, hat vermutlich Appetit bekommen auf Musik aus dem frühen 16. Jahrhunderts. Das nächste Rathauskonzert in Ganderkesee, das am Sonnabend, 15. November, um 19.30 Uhr im Lichthof des Rathauses beginn, bietet ebenfalls Musik in A-Capella-Besetzung aus der Zeit des geistlichen, geistigen, politischen und kulturellen Aufbruchs, der Renaissance und der Reformation. Und dabei stehen Kompositionen aus dem seinerzeit unter spanischem Einfluss blühenden Kontinentaleuropa im Mittelpunkt.

„In der Musik dieser Zeit ist alles angelegt, was im Spätbarock vor allem durch Bach zum abschließenden Höhepunkt geführt wurde: der mehrstimmige polyphone Satz, die Kompositionsform der Fuge, die intensive tonmalerische Beschreibung von Affekten“, sagt Hartmut Griem vom Verein Rathauskonzerte Ganderkesee.

Auf dem Programm stehen u.a. lyrische Liebesgedichte in den Vertonungen vorwiegend flämischer Komponisten wie u. a. Josquin des Pres, Johannes de Lymburgia und Guilleame Dufay. Zu den Höhepunkten zählt die Vertonung von Texten aus „Das Hohelied“ aus dem alten Testament von Leonhard Lechner (1553-1606).

Es singt das Ensemble Lilium Convallium mit Cora Schmeiser, Sopran, Harm Huson, Countertenor, Richard Prada, Tenor, und Sinan Vural, Bass, alle aus der niederländischen hohen Schule für alte Musik.

Der Verein plant, nach neun Jahren erstmalig die Eintrittspreise zu erhöhen. Die Besucherzahl habe sich nach einem euphorischen Anfang inzwischen bei etwa 80 bis 100 Zuhörern pro Konzert eingependelt, so Griem. Die Einnahmen reichten aus, die Kosten zu decken, solange genügend Fördermittel akquiriert werden können. Sie deckten das Budget bislang zu etwa 30 Prozent, allerdings mit sinkender Tendenz.

Da sich immer mehr Veranstalter um diese Mittel bewerben, dürfte die Quote tendenziell noch geringer werden. Eine Reduzierung der Gagen oder die Verpflichtung kleinerer Ensembles könnte Einnahmeausfälle kompensieren, würde aber die Qualität der Konzerte beeinträchtigen. Aus diesem Grund will der Vorstand die Eintrittspreise für Mitglieder von acht auf zehn Euro erhöhen. Nichtmitglieder zahlen zwei Euro mehr. Außerdem sollen die jährlichen Mitgliedsbeiträge für Einzelmitglieder von 19 auf 24 Euro sowie für Familien von 24 auf 30 Euro erhöht werden. Darüber entscheidet die nächste Mitgliederversammlung.

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