Hude Schon als Kind hat Fritz Meyer gerne Shantys gesungen. „Meistens mittags beim Abtrocken in der Küche“, erinnert sich der 67-Jährige. Als junger Mann wollte er eigentlich zur See fahren, stattdessen lief er in den Hafen der Ehe ein – „da ging das dann nicht mehr“. Die Begeisterung fürs Maritime ist immer geblieben, richtig Bahn brechen konnte sich Fritz Meyers Leidenschaft indes erst mit dem Wechsel in den Ruhestand im Jahr 2009. Drei Jahre später wurde er 1. Vorsitzender beim Shanty-Chor Hude. „Das Singen in der Gemeinschaft gibt mir eine Menge. Shantys sind Balsam für die Seele“, sagt Meyer.

Besonders wohltuend war da für Meyer und mehrere Hundert Zuhörer am Donnerstag das Shanty-Chorfestival in der Halle am Huder Bach. Der gastgebende Chor aus Hude begrüßte dazu sechs befreundete Chöre: Mit an Bord waren der Schifferchor Rekum, der Seemannschor Vegesack, der „Beckedorfer Schifferknoten“, der Stedinger Shanty-Chor, der Shanty-Chor Grambke sowie der „Schulschiff Deutschland-Chor“ aus Schwanewede. Der zunächst ebenfalls angekündigte Shanty-Chor aus Osterholz-Scharmbeck hatte kurzfristig die Segel streichen müssen.

Die teilnehmenden Chöre arbeiten zusammen im Verbund der Nordchöre. „Die Vorstände treffen sich zweimal im Jahr, alle zwei Jahre wird ein gemeinsames Singen organisiert“, berichtete Fritz Meyer. Bei der Umsetzung der Idee, das Festival in Hude zu veranstalten, habe Gastronom Peter Burgdorf maßgeblich mitgeholfen und den Tag der Deutschen Einheit als Datum vorgeschlagen, lobte Meyer: „Die Zusammenarbeit mit ihm und der Gemeinde Hude ist spitzenmäßig.“ So konnten die Chöre zwischen den Scheunenfeten und der Countrynacht die bereits bunt dekorierte Mehrzweckhalle, Bühne und Technik nutzen. Die optimalen Bedingungen fanden auch Anerkennung bei Heiko Hillmer, Vizepräsident der International Shanty and Seasong Association (ISSA), der Dachorganisation von weltweit rund 400 Shanty-Chören: „Was hier auf die Beine gestellt wird, ist ganz toll.“ Das habe Vorbildcharakter auch für andere Chöre, betonte der Oldenburger. Fritz Meyer hob in seinem Dank auch die Frauen der Chormitglieder, die für ein üppiges Kuchenbuffet gesorgt haben, und Chor-„Managerin“ Birgit Kempermann hervor.

ISSA-Vertreter Heiko Hillmer erinnerte daran, dass Shantys Lieder sind, die Matrosen zu gemeinschaftlicher harter Arbeit auf Segelschiffen angestimmt haben: „Es wurde im Rhythmus gesungen, um Kräfte zu bündeln.“

Das taten nach ihren jeweils halbstündigen Einzelvorträgen auch die sieben Chöre in der Halle am Huder Bach: Zum Finale sang die insgesamt 200-köpfige Mannschaft „Adios Muchachos“. Als gemeinschaftliche Zugabe wurde „Anker gelichtet“ geschmettert.


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Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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