Lethe Einer der Meilensteine entlang des Flüsschens Lethe ist das gleichnamige Gut Lethe an der Autobahn 29 auf der Grenze der Landkreise Oldenburg und Cloppenburg. Bei seiner Buch-Recherche entdeckte der Großenkneter Gemeindearchivar und Autor Dirk Faß den Fortmann-Stein. Er hatte gehört, dass der Gedenkstein zu Ehren des früheren Oldenburger Ratsherrn Wilhelm Fortmann im Lether Fuhrenkamp neben der Autobahn steht. Doch ein erster Spaziergang im Wald blieb erfolglos. „Anfangs bin ich einfach vorbeigegangen“, sagt Faß. Kein Wunder: Der Fortmann-Stein war über Jahre völlig zugewachsen.

Mit Zustimmung der Landesforsten machte sich Faß an die Arbeit. Unterstützt wurde er vom Ahlhorner Hans Hermann Troschel, der mit seiner Familie in den 1960er-Jahren auf der Burginsel inmitten der Lethe gewohnt hatte. Mit der Motorsäge legten sie den Gedenkstein frei. Auf dem Stein steht Ratsherr W. Fortmann 1814 bis 1894.

Wilhelm Fortmann war der Gründer des Bankhauses W. Fortmann & Söhne. Er zählte im 19. Jahrhundert zu den bekanntesten Persönlichkeiten von Oldenburg. Er galt als weitsichtiger, unternehmungsfreudiger und erfolgreicher Handwerker, Fabrikant und Geschäftsmann. Wie sein Vater hatte er nach dem Besuch des Gymnasiums zunächst Blechschmied gelernt und ging anschließend auf Wanderschaft durch Deutschland, England, Frankreich, Italien, den Balkan und die Schweiz.

1864 wurde Fortmann in den Oldenburger Landtag gewählt. Anfang der 1870er-Jahre berief man ihn in die Stellung eines Ratsherrn der Stadt Oldenburg. Zu seinen wichtigsten Lebensabschnitten gehörten neben der Gründung des Bankhauses der Aufbau der Oldenburger Gasanstalt und seine Tätigkeit als leitender Direktor der Oldenburger Versicherungsgesellschaft.

Nach Angaben des Bürgervereins Ahlhorn kaufte Fortmann 1888 das Anwesen Gut Lethe und ließ dort 1890 das neue Lethe-Gutshaus im Stil des Neoklassizismus bauen. Heute ist dort die Autobahnpolizei untergebracht. Der Fortmann-Stein steht circa 400 Meter westlich auf der anderen Seite der Autobahn. Der Stein soll etwa das Ende der Allee durch den Lustgarten markieren, der früher zur Burg Lethe gehörte. Wann und von wem der Gedenkstein aufgestellt wurde, ist unklar.

Dirk Faß sammelt für sein Buch über die Lethe große und kleine Geschichten. Auf Gut Lethe gibt es gleich mehrere davon zu finden. So hat er vor einiger Zeit mit Hans Hermann Troschel die Lethe-Insel besucht. Troschels Vater war Künstler, Lehrer und Hobbyarchäologe.

Die Lethe entspringt an zwei Stellen in Gartherfeld (Gemeinde Emstek), zieht sich über 37 Kilometer durch die Gemeinde Großenkneten und versorgt dabei die Ahlhorner Fischteiche mit Wasser, fließt weiter gen Wardenburg, wird durch ein Rohr unter der Hunte hindurchgeleitet und mündet im Osternburger Kanal.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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