Langenberg /Hude Der Countdown läuft: Noch sieben Partys im „Fassboden“, dann gehen in der Diskothek in Hude die blau-roten Lichter aus. Ende Februar schließt die Feierstätte an der Langenberger Kreuzung, wie Arne Wachtendorf (36), Geschäftsführer von Burgdorfparty, erklärte. Seit Ende Oktober läuft aus diesem Grund bereits „The Final Countdown“ mit 15 Partys bis zur Schließung.

Schon seit Jahrzehnten ist das Haus an der Langenberger Kreuzung Anlaufpunkt für Partygänger aus Hude und umzu: Früher hieß es zunächst einfach nur „Bultmeyer“, danach unter anderem „Zum Alten Herrmann“, „Disco 2000“ und „Area 51“. Nachdem es eine kurze Zeit als Möbellager diente, eröffnete Peter Burgdorf (71) vor knapp 20 Jahren in dem Gebäudekomplex die beiden Diskotheken „Yo“ und „Fassboden“. „Die jungen Leute feierten im ,Yo’ und die älteren ab 30 im ,Fassboden’“, erinnern sich Burgdorf und Wachtendorf.

Eröffnung mit Stargast

Motto-Partys, Miss-Hude-Wahlen und Autoverlosungen sorgten für ein abwechslungsreiches Programm – zu dem die Gäste ausgelassen tanzten und feierten. Zu den Stargästen gehörte auch Mickie Krause. Der Sänger trat nicht nur zur Eröffnung an Ostern im Jahr 2000 auf, er war auch danach ein häufiger Gast an der Langenberger Kreuzung.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

An den Auftritt von Krause im Jahr 2000 kann sich auch Wachtendorf noch gut erinnern. „Eigentlich hätte ich nicht mehr da sein dürfen, da ich noch nicht ganz 18 Jahre alt war“, erzählt Wachtendorf. Mickie Krause habe das irgendwie mitbekommen und aus Spaß über Mikrofon nach den Türstehern gerufen, die Wachtendorf rausschmeißen sollten. Neben Krause sorgten auch die Hermes House Band, Torfrock, United Four, Line Six und Albatross für gute Stimmung.

Einen Rückschlag gab es im Jahr 2006, als ein Brand das „Yo“ mit seiner großen Bühne zerstörte. Im Herbst 2007 eröffnete dann nur noch der „Fassboden“. Der ehemalige „Ü-30-Bereich“ sei dann immer mehr von den jungen Leuten übernommen worden, erinnert sich Burgdorf zurück.

Disco für Generationen

Mit dem Ende des „Fassbodens“ schließt für Wachtendorf eine Institution in Hude. „Mehrere Generationen an Hudern sind hier ein- und ausgegangen“, sagt er. Das sei auch bei der „Yo“-Revival-Party am 24. November noch einmal deutlich geworden, berichtet der 36-Jährige. Eltern, die hier früher gefeiert hätten, seien mit ihren Kindern gekommen, um noch einmal gemeinsam im „Fassboden“ zu feiern. „Für Hude ist das schon ein Verlust“, bedauert Wachtendorf. Auch Burgdorf wird bei dem Gedanken an die Schließung wehmütig. „Ich bin von dem Laden immer noch begeistert“, sagt der 71-Jährige. Viele junge Leute hätten sich im „Fassboden“ und „Yo“ kennengelernt. „Hier sind viele Ehen entstanden“, sagt Burgdorf. „Aber auch einige wieder auseinandergegangen“, ergänzt er schmunzelnd.

Dass der „Fassboden“ ein guter Ort zum Verlieben war und noch ist, kann auch Wachtendorf bestätigen. „Ich war Trauzeuge bei einem Paar, das sich im ,Fassboden’ kennengelernt hat“, erzählt er. Nach der Trauung sei es zur Diskothek gegangen, und die frisch vermählten Eheleute hätten ein Bild im Anzug und Brautkleid vor dem „Fassboden“ gemacht.

Wachtendorf hätte gerne den „Fassboden“ weiterbetrieben. Jedoch würden in der Diskothek weitreichende Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten anstehen, sagt er. Da er sich mit dem Eigentümer der Immobilie, der in Nürnberg sitzt, nicht einigen konnte, habe er den Pachtvertrag, der Ende Februar ausläuft, nicht verlängert. Wachtendorf hätte zuvor gerne investiert und umgebaut. Aber auch der Versuch, die Immobilie zu einem akzeptablen Preis zu kaufen, sei gescheitert.

Noch sieben Partys

Der 36-Jährige ist auf der Suche nach einer passenden Nachfolge-Lokalität in Hude. Bisher sei er aber noch nicht fündig geworden, erklärt Wachtendorf. „Der Ort war schon ideal. Wir liegen mittendrin“, sagt er. So seien Partygänger nicht nur aus Hude, sondern auch aus Ganderkesee, Bookholzberg, Wüsting und der Wesermarsch immer wieder in den „Fassboden“ gekommen.

Den Fans des „Fassbodens“ bleiben noch sieben Partys bis die Kultdiskothek an der Langenberger Kreuzung zum letzten Mal ihre Türen schließt. Die nächste Countdown-Party beginnt am Samstag um 22 Uhr.

NWZ-ePaper Archiv
Stöbern Sie in über 70 Jahren Zeitgeschichte in unserem NWZ-ePaper Archiv.

Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.