Landkreis Ein Video ging am Wochenende durch die sozialen Medien, ein kurzer Ausschnitt aus einem Konzert. Herbert Grönemeyer stand auf der Bühne in Wien und hat sich gegen Rassismus und gegen Hetze ausgesprochen. Dafür hat er zwar einigen Zuspruch erhalten, doch es gibt auch viele negative Reaktionen.

Wie politisch darf, wie politisch muss Musik sein? Die NWZ hat lokale Musikerinnen und Musiker nach ihrer Meinung gefragt.

Arndt Baeck

„Jeder sollte seine Meinung kundtun“, sagt der Huder Arndt Baeck. „Wir leben in einem Land, dass sich dafür rühmt, dass es Meinungsfreiheit gibt.“

Darum geht’s

Der Musiker Herbert Grönemeyer (63, „Männer“) hat bei einem Konzert in Wien eine politische Ansprache gehalten und sich deutlich gegen Rechts positioniert. Grönemeyer sagte: Auch wenn Politiker schwächelten, „ (…) liegt es an uns, zu diktieren, wie ‘ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so ‘ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze (…).“ Die Rede löste ein geteiltes Echo aus.

Als Musiker komme es auf die Situation an: „Wenn ich auf einer Silberhochzeit als Hintergrundmusik gebucht bin, hat meine politische Meinung da nichts verloren. Aber wenn ich für ein Konzert gebucht bin, wo ich meine Lieder spiele, da darf ich, wenn ich möchte, über meine politische Meinung sprechen.“ In seinen Konzertprogrammen gebe es häufig sehr deutliche Statements zum Thema Rechtspopulismus. „Das lasse ich mir nicht nehmen.“ Zwar gibt es Themen, bei denen es Gegenwind geben könnte. „Aber wir können nicht immer nur den bequemsten Weg gehen.“

Baeck ist nicht davon überrascht, dass Herbert Grönemeyer ein klares Statement gegen Rechts gesetzt hat. Der Sänger sei „für seine klaren Aussagen und die Inhalte bekannt“. Auch Baeck gefällt die rechtspopulistische Entwicklung in Deutschland nicht. „Ende der 20er Jahre hat es genauso angefangen.“

Angelika Stelter

„Musik muss nicht politisch sein“, sagt die Frontfrau der Band Honeytruck, Angelika Stelter aus Wildeshausen. Das müsse jede Band für sich selbst entscheiden. Aber, sagt sie ganz deutlich: „Musik darf auf jeden Fall politisch sein.“ Honeytruck habe ein oder zwei gesellschaftskritische Sachen im Programm, „aber nicht wirklich politische Texte“. Davon wolle sich die Band distanzieren. Doch positioniert habe sich die Band schon. Etwa dadurch, dass einige Mitglieder, darunter Stelter, das Konzert „Easter Rock gegen Rechts“ in diesem Jahr in Wildeshausen organisiert haben.

Musik ist für die Sängerin ein Sprachrohr, welches man nutzen kann und darf, aber nicht unbedingt nutzen muss. „Es kommt drauf an: Was will ich erreichen?“

Bernd Tietzel

Politisch sein findet Bernd Tietzel aus Sandkrug „gut und spannend“. „Jeder soll wissen, wo ich politisch stehe.“ Es dürfe jedoch nicht sein, dass extreme Meinungen so vehement vertreten werden.

Er selbst spielt bei Auftritten unter anderem englische Lieder, mit denen die Leute groß geworden sind. Zwischendurch spielt er deutsche Texte, auch eigene, die die Menschen zum Zuhören bringen. Politik sei ein Thema, „das uns täglich belastet“, zum Teil auch freue, im Moment jedoch eher seltener.

Tietzel findet es gut, wenn auch bei Kulturschaffenden etwas passiere. So können Lieder Haltungen sein. Musik könne Leute berühren, Leute mitnehmen und auch Leute zum Denken anregen.

Manuela Wolbers Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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