Ganderkesee Regionalen Bezug hat die achte Jahresgabe des Freundeskreises Kulturhaus Müller: Das diesjährige Werk ist eine originalgetreue Nachbildung der Radierung „Friederikeneiche im Hasbruch“ von Gerhard Juchem. Bereits 1994 fertigte der 89-jährige Künstler diese Radierung an. Für die „Jahresgabe 2016“ gibt es zwölf originalgetreue Abbildungen – nummeriert und vom Künstler handsigniert.

Sein Kunstwerk enthüllte der Maler und Grafiker aus Heide am Samstagabend bei der Adventsfeier des Freundeskreises im Kulturhaus Müller. „Das Bild stellt für mich im Vergleich zu meinen übrigen Radierungen mein Hundertguldenblatt dar“, betonte Juchem in Anlehnung an die berühmte Radierung Rembrandt van Rijns.

Mehrjährige Tradition

Vor sieben Jahren hatte der Freundeskreis die Tradition der Jahresgabe ins Leben gerufen und alljährlich einen Künstler um ein Werk gebeten, das in kleiner Auflage vervielfältigt und verkauft wird. Der Preis beträgt in diesem Jahr 100 Euro für Vereinsmitglieder sowie 120 für Nichtmitglieder.

Die Friederikeneiche ist die letzte der über tausendjährigen Huteeichen im Hasbruch und mit geschätzten 1200 Jahren die zweitälteste in Deutschland. Der Baum, der auch „Königin des Hasbruch“ genannt wird, ist ein Besuchermagnet. Der Stamm ist stark beulig mit farbigen Verwachsungen, Knollen und Knoten, die Juchem bis ins kleinste Detail abgebildet hat. Am Samstag präsentierte er neben dem Hauptmotiv auch vier kleinere Abbildungen, die diese Verwachsungen noch stärker hervorheben.

Zweiter besonderer Gast

Bereits 2015 hatte Juchem seinen Rückzug vom künstlerischen Schaffen angekündigt. Von April bis Juni dieses Jahres war dann in einer Ausstellung im Kulturhaus Müller ein kleiner Teil von Juchems umfangreichem Werk in Zeichnung, Malerei und Druckgrafik ausgestellt. „Als Vollblutkünstler kann man sich ja nicht einfach ganz aus der Kunst zurückziehen“, sagte Hannes Bogun vom Vorstand des Freundeskreises Haus Müller, der Juchem nach seiner letzten Ausstellung um die Jahresgabe gebeten hatte.

Juchem wurde 1927 in Unkel am Rhein geboren. Von seinem Lehrer Josef Ahrens lernte er, sich intensiv mit dem jeweiligen Objekt auseinanderzusetzen. Er erhielt ein Stipendium für Grafik-Design an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg. Seinen Lebensunterhalt verdiente Juchem als Grafiker für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in der Investitionsgüterindustrie sowie für ethisch-soziale und religiöse Themen in der Ökumene. Ab 1990, als seine Tätigkeit in der Industrie endete, hatte er sich wieder verstärkt der Malerei gewidmet.

Nach der Enthüllung der Jahresgabe begrüßte Vorsitzender Harald Menkens den zweiten besonderen Gast des Abends: Der Bremer Schauspieler Benedikt Vermeer präsentierte die Weihnachtsgeschichte „Scrooge“ nach Charles Dickens als Solostück und schaffte damit eine humorvoll-weihnachtliche Atmosphäre.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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