Bergedorf Wenn in und für Bergedorf Herausforderungen anstehen, dann, so sagen Friedhard Johannes und Helmut Paul, zeige sich eine besondere Eigenschaft ihres Dorfes. „Zusammenhalt. Das ist unsere Stärke.“ – Das habe sich auch gezeigt, als es jetzt um die Vorbereitung einer größeren Veranstaltung ging: Am Sonntag, 6. Juli, feiert Bergedorf in der Feuerwehrhalle und drumherum das 825-jährige Bestehen.

Am Dienstagabend stellten Friedhard Johannes als erster, Helmut Paul als zweiter Vorsitzender und Ute Skibbe als dritte Vorsitzende der Dorfgemeinschaft das Programm vor. Bei den seit September laufenden Vorbereitungen sei „fast jeder Haushalt irgendwie eingebunden“ gewesen. Bei Interpreten und Ausstellern wird insbesondere auf Bergedorfer „Eigengewächse“ gesetzt, sie übernehmen die Programmgestaltung.

Dieses Programm beginnt um 11 Uhr mit einem Frühschoppen, dann wird auch das Wettbüro fürs spätere „Kuhlotto“ eröffnet. Ab 12 Uhr gibt’s Heißes vom Grill, ab 13.30 Uhr auch Kaffee und Kuchen. „Über 40 Torten und Kuchen“, allesamt selbst gebacken, stünden zur Wahl, weiß Ute Skibbe. Was Essen und Trinken angeht, seien Niedrigpreise angesetzt.

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Um 14 Uhr legen knapp zehn Plattdeutsche los: Reinhard Siemers trägt die jüngere Dorfgeschichte vor, weitere Erwachsene, auch Kinder und Jugendliche steuern andere Beiträge bei. Parallel wird ab 14.30 Uhr ein Ponyreiten für die Jüngsten angeboten, ab 15 Uhr wirbeln die etwa 30 Akteure der Kindertanzgruppe über der Platz.

Der „Ländliche Mehrkampf“ dürfte ab 15.30 Uhr alle Muskeln – auch die zum Lachen – in Schwung bringen. Welche Aufgaben die Viererteams zu meistern haben, werde noch nicht verraten. Wer mitmachen möchte, kann sich vor Ort bei Heino Stöver melden.

Um 17 Uhr kommt die große Stunde von Luna: Die Schwarzbunte aus dem Stall von Holger Ahlers spielt beim „Kuhlotto“ die Glücksfee.

Während des gesamten Nachmittags zeigen lokale Aussteller ihre Werke – nämlich Gerd Pelz, Ramona Harms (beide Malerei), Reinhard Siemers, Egon Rahden, Lothar Thelken (Produkte aus Holz) und Herwig Logemann (Ortsgeschichte). Rainer Grosenik und Jens Schröder bauen mit Kindern zum Beispiel Nistkästen, das Kindergarten-Team organisiert unter anderem das Stockbrot-Backen oder eine Schminkaktion.

Auch ein Stück Geschichte: der Jubiläumsstein von 1989, aufgestellt bei der 800-Jahr-Feier

Bauerschaft mit Geschichte und Geschichten

Im Jahr 1189 taucht „Bergtorphe, gelegen in prochia Ganderekeshde“ (also Bergedorf, gelegen im Pfarrsprengel Ganderkesee), erstmals aus dem Dunkel der Geschichte auf. In der ersten urkundlichen Erwähnung ging es um die Berechtigung des Willehad-stiftes Bremen, den zehnten Teil von Ernte und Viehbestand in Bergedorf einzuziehen. Allerdings: Auch in vorchristlicher Zeit muss es eine Besiedelung gegeben haben, wie zum Beispiel eine Reihe von Urnenfunden belegt.

Bedeutung erlangte Bergedorf durch seine Lage an der Friesischen Straße. Ab 1311 verlagerte sich dieser alte Handelsweg, es wurde stiller um den Ort.

1192 war Bergedorf Tatort eines spektakulären Mordes. Graf Christian von Oldenburg, auf dem Heimweg von einem Kreuzzug mit Kaiser Barbarossa, wurde von drei Junkern getötet. Der Auftrag dazu, so wird vermutet, dürfte von Christians Bruder, dem regierenden Grafen Moritz von Oldenburg, gekommen sein. Moritz und seine Mutter stifteten in der Folge eine Sühnekapelle in Bergedorf. Später wurde ein Kloster für Bremer Benediktinerinnen errichtet, das 1217 an Zisterzienser-Mönche ging, aber von diesen schon bald verlassen wurde. Was aus dem Klostergebäude wurde, ist nicht bekannt.

1658 durfte Bergedorf eine Schule einrichten. Das jüngste Schulgebäude (heute: Kindergarten) wurde 1910 errichtet.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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