BENTHULLEN Torfabbau war lange Handarbeit. Benthullen hatte einen Ruf als Torfstecher-Dorf.

Von Werner Fademrecht BENTHULLEN - Der Torfabbau, wie er in Benthullen bis Ende der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts von den Menschen betrieben wurde, war zweifellos eine Knochenarbeit. Allein mit der Kraft ihres Körpers mussten die Menschen den Schwarztorf aus metertiefen Gruben ans Tageslicht befördern, wo er von Helfern – nicht selten Kindern – zum Trocknen per Hand aufgestellt wurde.

Eine zumindest kleine Vorstellung von dieser Zeit und Kraft raubenden Arbeit gibt das Moor- und Bauernmuseum mit einer neuen, zehn mal zwölf Meter großen Installation, die eine Moorlandschaft in freier Natur nachbildet. Mit einem Muldenkipper sind etwa 80 Kubikmeter Moor hinter dem Museum in einer schattigen Ecke auf einer Weide aufgeschüttet worden. Eine Grube, die mit Wasser aus einem nahe gelegenen Vorfluter bewässert worden ist, wurde zuvor durch eine reißfeste Folie verkleidet, damit der Moorboden nicht austrocknet. Denn schließlich sollen möglichst lange die Besucher des Museums das künstliche Moor betrachten können. Ideengeber war Hermann Würdemann. Gemeinsam mit Claus Deeken, Manfred Hellbusch, Wilfried Bruhn, Arwit Berg, Karl-Heinz Schmidtke und Gerd Geisler wurde die neue Attraktion des Museums realisiert. Die Grube legte Edo Griepenkerl an, Dieter Hasselhorn lenkte den Moortransporter.

„Benthullen war bis Ende der 60er-Jahre vor allem als Torfstecher-Dorf bekannt“, erzählt Geisler. Aus einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern reisten damals die Menschen an, um mit Erlaubnis des Moorvogts Johann Lüken – und gegen Bezahlung – Torf für den Eigenbedarf zu stechen. Daran erinnert das Moormuseum mit dem künstlichen Moor, das die Installation im Innern des Gebäudes mit dem Schwerpunkt Flora und Fauna ergänzt.

Am Pfingstsonntag, 27. Mai, lädt das Moor- und Bauernmuseum wieder zum Pfingstspaß ein. Von 10 bis 18 Uhr wartet ein abwechslungsreiches Programm auf die Besucher.

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