Wildeshausen Das Hoch „Annegret“, das derzeit von Norwegen und Schweden Richtung Norddeutschland drängt, hat inzwischen auch in Wildeshausen für kühlere Temperaturen gesorgt. Die Hunte brachte „Annegret“ aber keinesfalls zum Stillstand. Der Fluss „geiht“.

Das befanden auch jene zwölf „Wettkönige“, die sich am Freitagabend – „Glockenschlag 20 Uhr“ – an der Landskrone in Wildeshausen zur 51. Auflage der Eisschollen-Wette begrüßten. Der Tradition entsprechend trugen sie schwarze Mäntel und Zylinder. Erneut wollten sie testen, ob die Hunte „geiht“ (fließt) oder „steiht“ (zugefroren ist). Sie „geiht“ (geht), wie unschwer zu sehen war, als Richard Hakemann und Jochen Meyer den Eisblock übers Geländer warfen. Mit lautem Klatschen landete das Eis in der Hunte. Es blieb die einzige Eisscholle an dem Abend.

Nach dem Vorbild der Bremer Eiswette trifft sich die Runde stets am 11. Januar. „Die Idee entstand 1962 nach der großen Sturmflut an der Küste, als bei uns Veranstaltungen abgesagt wurden”, erzählte Gründungsmitglied Gerhard Lübben (79). Die Personenzahl ist auf zwölf begrenzt: Sechs Gewinner werden ausgelost; die sechs Verlierer zahlen das Menü im Gasthaus Wolters. „Ich hatte die ersten sieben Jahre Glück“, berichtete Dieter Hellbusch, seit 26 Jahren dabei.

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Als Neuling begrüßte die Gruppe Richard Hakemann (44 Jahre) in ihren Reihen. Er rückte für seinen 2012 verstorbenen Vater Edo Hakemann nach. „Die Taufe erfolgt später“, unkte einer der Teilnehmer. Seit 25 Jahren ist Uwe Luthardt dabei. Zeremonienmeister Wilhelm Meyer gratulierte mit einer Flasche Sekt.

Gerhard Lübben sorgt stets dafür, dass sich die Gruppe für den Abend richtig stärkt. Im festlich geschmückten Bollerwagen hatte er Käsehäppchen mitgebracht. Natürlich durfte auch „gebranntes Huntewasser“ nicht fehlen. Zum Jubiläum im vergangenen Jahr wurde der Wagen mit einer großen 50 ausstaffiert. Die hat Lübben überklebt: „Seit über 50 Jahren“, steht nun dort – wie ein Qualitätssiegel.


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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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