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Kirchhatten Mal ertönen eindringliche, laute und bisweilen dramatisch anmutende Akkorde und Melodien aus dem Flügel, dann wieder sanfte, nachdenkliche und durchaus beschwingte Klänge. Pianist Aeham Ahmad erzählt mit seinem Instrument vom Leben in seiner Heimat, von seiner Flucht und vom Finden einer Zuflucht. Der ehemalige Flüchtling verarbeitet sein Schicksal in der Musik, und das Publikum fühlt mit ihm und ist begeistert.

So erlebte es der palästinensisch-syrische Musiker auch bei seinem Auftritt am Sonntagabend im Rathaus in Kirchhatten. Hierhin hatte die Gemeinde Hatten in Kooperation mit dem Kultur- und Tourismusverein Hatten eingeladen. Begrüßt wurden die rund 160 Zuhörer vom stellvertretenden Bürgermeister Manfred Huck.

Zugleich war der Ratssaal Ausstellungsfläche für das in Osterode (Harz) lebende Künstlerehepaar Ayman Aldarwish und seine Frau Nasim Kasem, die in ihrem Zyklus „Eine Flucht in Bildern“ ebenfalls ihre mehrmonatige Flucht aus Syrien über das Mittelmeer und den Balkankünstlerisch verarbeiteten. Aldarwish in Form von symbolhaltigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen in der Technik Tinte auf Karton, seine Frau bewältigt ihr Flüchtlingstrauma in farbenfrohen, mosaikartigen Gemälden aus. Sie selbst wohnte der Veranstaltung nicht bei. „Sie ist bei den vier Kindern geblieben“, erklärte Andrea Andrianova aus Hude, die den Kontakt zu den Künstlern vermittelte.

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Im Rathaus in Kirchhatten hängen 15 Bilder des Künstlerpaares. Weitere 25 sind im Ganderkeseer Rathaus bis 5. Februar zu sehen. Ihre Ausstellung wanderte bereits durch mehrere deutsche Städte.

Internationale Aufmerksamkeit erreichte bereits der Pianist Aeham Ahmad: Ein befreundeter Fotograf lichtete 2013 den Musiker am Klavier inmitten der Trümmer des umkämpften Palästinenserlagers Yarmouk ab und stellte das Foto bei Youtube ein, von wo aus es um die ganze Welt ging. Als Anhänger des IS sein Klavier vor seinen Augen verbrannten, flüchtete auch er aus seiner Heimatstadt Yarmouk. „Das Klavier war mein Freund, es war, als hätten sie meinen Freund getötet“, erinnert sich der in Warburg bei Kassel lebende Ahmad, der das Publikum in Kirchhatten durch sein intensives Klavierspiel beeindruckte. Dabei fügte er orientalische Volkslieder, westliche Klänge und Eigenkompositionen ineinander. Auch zum Mitsingen bei „Schlaf, Kindchen, schlaf“ und „Die Gedanken sind frei“, animierte Ahmad die Zuhörer, die bereitwillig mitmachten. Dazwischen las Mechthild Henne aus Lüneburg Textpassagen aus der als Buch veröffentlichte, Biografie von Aeham Ahmad „Und die Vögel werden singen“.

Einen fröhlichen, gemeinschaftlichen Abschluss fand das Konzert mit der Aufforderungs Ahmads, alle arabischstämmigen Zuhörer mögen nach vorne kommen und zusammen „Mautini“ („Meine Heimat“) singen, ein Volkslied, das in der arabischen Welt überaus populär ist.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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