Iserloy Da vorne ist der Ausgang. Mensch, das ging ja fix! Ich laufe auf das vermeintliche Ziel zu und stelle fest: Es ist der Eingang. Gerade zehn Minuten unterwegs und schon lande ich hier zum zweiten Mal.

Ich befinde mich im Maislabyrinth in Iserloy, das seit Mitte Juli wieder geöffnet hat. „Eigentlich ist es ein Irrgarten“, hat mich Michael Garms vom Golf- und Gartencafé, dem Betreiber der Attraktion, zuvor aufgeklärt. Das Muster, das Familie Garms auf die Fläche von rund 4,5 Hektar gemäht hat, bietet verschiedene Möglichkeiten, sich zu verlaufen. Rund eine Woche dauerte es, bis der Irrgarten fertiggestellt war. Die Gänge sollen möglichst blickdicht von den Maispflanzen umgeben sein – deswegen wurden diese doppelt gesät.

Ob „schief“ gesät wurde, ist spätestens bei der Luftaufnahme erkennbar. Für mich sehen die Reihen aus der Vogelperspektive aber schön geometrisch aus. Hohe Maispflanzen, die mindestens gut 2,50 Meter groß sind, sät Familie Garms, damit auch ja niemand das Feld überblicken kann.

Mais doppelt gesät

„Wie lange brauchen die Besucher im Schnitt, um wieder herauszukommen?“, möchte ich wissen. Michael Garms muss überlegen. „So 45 Minuten?“ Es könnten aber auch drei bis vier Stunden sein. Im Extremfall gibt es einen Notausgang an der Seite. Dass Garms mal jemanden aus dem Maisfeld holen musste, sei erst zwei Mal vorgekommen. Ich hoffe, dass ich nicht die dritte Person sein werde.

Bis Oktober offen

Das Maislabyrinth befindet sich am Stedinger Weg 64 in Iserloy. Es hat bis 3. Oktober jeden Dienstag bis Freitag ab 11 Uhr geöffnet, sowie am Samstag und Sonntag ab 10 Uhr. Erwachsene zahlen 3,50 Euro, Kind zwischen sechs und 15 Jahre 3 Euro.

Bevor ich mich ins Grün begebe, bekomme ich Stift und Zettel in die Hand: Unterwegs gilt es, ein Piraten-Quiz zu lösen. Mit einem zusätzlichen elektronischen Stift muss ich Bilder, die ich unterwegs finden werde, antippen, die mir wiederum über kleine Lautsprecher die Lösungen verraten. Wie heißt der Pirat auf dem Schiff? Wie heißt der kleine Affe im Käfig?

Motiviert gehe ich ins Maislabyrinth – Verzeihung, Irrgarten – und bin guten Mutes, unter 45 Minuten zu bleiben und nicht die Nummer drei zu sein.

Das doppelte Säen hat sich gelohnt: vorne, hinten, links und rechts – überall nur Maispflanzen! Sich bestimmte Ecken zur Orientierung zu merken, wird schwierig. Wie würde das auch aussehen? „Ach Mensch, an dieser Maispflanze bin ich noch nicht vorbeigekommen!“

Die ersten 15 Minuten bewege ich mich im Kreis – bis mir die Windkraftranlage vor dem Maisfeld auffällt. Einfach dort hingehen, wo die Anlage steht. Mein Plan geht – vorerst – auf. Ich verlasse den Teufelskreislauf und bewege mich vorwärts. Nach einer halben Stunde die Erlösung: Ich finde das erste Piratenbild. Aufgeregt tippe ich auf dem Bild herum. Wo bist du, Pirat? Ich finde schon noch heraus, wie du heißt! Neben dem Rätselbild ist eine Bank aufgestellt. Und ein Schild. „Notausgang“ lese ich. Aber der Pirat gibt mir solch einen Motivationsschub, dass ich daran vorbeigehe.

Ziel nach 70 Minuten

Ja länger ich laufe, desto schneller werde ich. Und je schneller ich werde, desto schneller komme ich aus den Sackgassen heraus. Eine Stunde bin ich schon unterwegs. Aber die Rätselaufgaben habe ich wenigstens in der Zeit schon lösen können. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, das erlösendende Schild: Ausgang. Mein Handy, das ich zur Messung eingeschaltet habe, zeigt mir an: Nach 70 Minuten und rund 4,5 Kilometer gelaufener Strecke habe ich es geschafft.


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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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