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Grüppenbühren „Ich durfte mal wieder Chef spielen“, sagt Heinrich (genannt Heiner) Sievers. Eigentlich hatte er das traditionsreiche Gasthaus „Zur Linde“ an der Kühlinger Straße zum 1. Januar 2009 an seinen Sohn Olaf übergeben. Der hatte in diesem Jahr das Amt des Prinzen im Ganderkeseer Fasching übernommen und musste hin und wieder seinen Platz in der Küche und hinter der Theke der „Linde“ räumen. Der Vater springt gern ein: „Meine Frau Erika und ich sind eh da.“

Der 66-jährige Senior fasst damit zugleich das Selbstverständnis des Betriebs in Worte: Die „Linde“ versteht sich seit jeher als „Familienbetrieb mit vielen Aushilfen“. „Einige sind seit einer Woche, manche seit 25 Jahren bei uns“, erklärt der gelernte Verkäufer. Die erste Aushilfe, an die er sich erinnern kann, ist „Tante Erna“, eine Cousine seiner Mutter Anne. Auch deren Mann Herbert, damals eigentlich Küster in Bookholzberg, habe im Wirtshaus mit angepackt.

Das Haus wurde schon 1835 ur­kundlich als Gastronomie erwähnt, berichtet Heiner Sievers. Sein Großvater Johann Bielefeld, eigentlich Ziegelei-Verwalter, kaufte 1938 das Anwesen. Genau „9300 Reichsmark“ habe es damals gekostet. Die Schießhalle vis-à-vis der Kühlinger Straße konnte der Gründer nicht miterwerben. Der Schützenverein Grüppenbühren zog damals zum Gasthof Auffarth-Bissen um. Nach dem Tod Bielefelds übernahmen 1962 dessen Tochter Anne Sievers und deren Mann Heinrich die Wirtschaft. Im Juni 1971 war Heiner Sievers dann „Chef“. Seine Mutter Anne hatte am 31. Dezember 1996 ihren letzten Arbeitstag.

Unter der Regie von Heiner Sievers wurden zahlreiche Umbauten durchgeführt. „Schon im Alter von zwölf Jahren, hatte ich keine Lust mehr, Kegel aufzustellen.“ Den Kolonialwarenladen gab er 1997 auf. Die Küche des Gasthauses wurde mehrfach modernisiert und vergrößert; 1999 entstand ein größerer Saal. „Für den Innenausbau hatten die Handwerker genau vier Wochen und drei Tage Zeit“, erzählt Heiners Sievers. Die Frist wurde um einen Tag unterboten und der Chef spendierte ein üppiges Essen. Den Parkettboden hat er übrigens selbst versiegelt. „Den Saal bohnere ich auch heute.“ Ohnehin wird im Hause Sievers vieles in Eigenarbeit erledigt: Olaf Sievers, gelernter Koch, hat schon den Saal gestrichen und auch Gastro-Tische gebaut. „Die Worte ,Kann ich nicht’ sind bei uns Fremdwörter“, so der Senior stolz.

Heute wird die „Linde“ für Familienfeiern aller Art gebucht. Bei Hochzeiten passen 180 Personen in den Saal. Ferner gibt es noch drei moderne Clubzimmer und ein Wintergarten. Bei schönem Wetter lockt der Biergarten. Doch egal ob einzelne Gäste oder Gruppen: Der Kunde ist König, heißt es stets bei Sievers.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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