Huntlosen Gemütlich ist es. Kerzen brennen, Kleinigkeiten zum Naschen stehen auf dem Tisch, selbst gemachte Dekorationen verschönern den Raum und Hündin Sina liegt zufrieden unter dem Esstisch. Katja Lange liebt es, Deko herzustellen und ihr Heim aufzuhübschen. „Deshalb habe ich als Kennlerngeschenk für Bauer Herbert auch eine Laterne mit Pferdemotiv gebastelt“, erzählt sie. Ganz nach dem Motto: „Vielleicht kann das Licht ja eines Tages auch für uns brennen.“

Katja Lange hatte sich bei der RTL-Fernsehsendung „Bauer sucht Frau“ nach der Vorstellung der Bauern im Juni für Herbert beworben. Eine Weile hatte sie zuvor bei Bauer Uwe und seiner Iris in der Lütje Deel gearbeitet. Dieses Paar hatte sich 2011 ebenso in der Sendung kennengelernt und 2013 geheiratet.

Inspiriert von Bauer Uwe

„Die beiden sind so klasse. Ich habe sie gefragt, ob das wirklich so gelaufen ist, wie es im Fernsehen dargestellt wurde. Als beide Ja sagten und vorschlugen, dass ich doch auch einmal teilnehmen könnte, kam der Stein ins Rollen.“ Sie habe nie im Leben geglaubt, dass sie ausgewählt würde, ist Lange noch heute baff. „Ich musste erstmal meine Mama anrufen und fragen, ob ich das jetzt wirklich machen soll“, erzählt sie lachend. Und dann? Sie hat es gemacht. Und fuhr zum Casting. Nach diesem habe sie sich keine Chancen mehr ausgemalt. „Es gab wohl echt viele Einsendungen. Ich habe das einfach als ,mal hinter die Kulissen einer Fernsehshow gucken’ abgehakt.“

Lange habe sie von Magis-TV – der Firma, die „Bauer sucht Frau“ produziert – nichts gehört. Doch plötzlich ein Anruf und die Nachricht: „Ich war also wirklich dabei. Dann ging alles ganz schnell. Gott sei Dank hatte ich zu dem Zeitpunkt Urlaub“, erinnert sich die 37-Jährige. Lange arbeitet beim evangelischen Kindergarten und besprach vorerst das Thema mit ihrem Arbeitgeber. Der gab das Okay. Am nächsten Tag sei dann schon der Vertrag per Kurier gekommen und am darauffolgenden Tag sofort wieder per Kurier abgeholt worden.

„Und dann kam die Aufregung: Was packe ich ein? Was ziehe ich an? Was bringe ich mit?“ Beinahe täglich habe sie mit dem Team von Magis-TV telefoniert, um alle Fragen zu klären. „Die waren alle super lieb. Ich habe mich wirklich gut beraten und aufgehoben gefühlt“, ist Lange dankbar.

Die Dreharbeiten auf einem Rittergutshof waren dann eine spannende Erfahrung. „Auch, dass ich mal von einer Stylistin und Visagistin hergerichtet wurde, war klasse“, erinnert sich die Mutter einer 18-jährigen Tochter zurück. „Einiges mussten wir mehrfach drehen. Aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht.“

Nettes Team

Als sie die Moderatorin Inka Bause kennengelernt habe, sei sie enorm erleichtert gewesen. „Man weiß ja nie, wie solche Leute im echten Leben sind. Aber Inka war einfach nur herzlich. Sie meinte zu uns, dass auch sie jedes Mal aufs Neue aufgeregt sei. Das hat mir Sicherheit gegeben.“

Und dann war es so weit: Die Bauern kamen in den Raum und die Bewerberinnen standen ihnen gegenüber. „Das ist schon ein wirklich seltsames Gefühl. Ich fühlte mich wie mit 16. Man hat sich noch nie gesehen und will dann erst einmal wissen, wie der andere überhaupt ist“, erzählt Lange. Danach sei es für die Bewerberinnen und den jeweiligen Bauern in einen gesonderten Raum gegangen. Immer begleitet von einem Kamerateam. Da habe man sich das erste Mal austauschen können. „Herbert war mir wirklich sympathisch. Aber man weiß ja anfangs nie.“

Während des Scheunenfestes müssen sich die Bauern entscheiden, welche der Damen sie mitnehmen wollen auf ihren Hof. „Herbert konnte sich zwischen mir und Claudia wohl zuerst nicht entscheiden und hat uns auf die Folter gespannt“, berichtet Lange. Die anderen Bauern hatten ihre Wahl bereits getroffen, also genoss Katja Lange den Abend. „Das Hoffest war super. Die Stimmung war mega, und ich habe viel gelacht und getanzt. Allein dafür war es das Ganze wert.“

Dann der Schlag: Herbert hatte sich entschieden. Für Claudia. „Inka nahm mich sofort in den Arm und sagte: ,Mach dir nichts daraus und hab einfach noch einen tollen Abend’.“

Nach der Rückkehr nach Hause war schnell klar: Egal, wie das gelaufen ist. Die Erfahrung war trotzdem sehr positiv. „Und jetzt – drei Monate nach dem Dreh – war ja die Ausstrahlung. Auch damit bin ich mehr als glücklich“, zeigt sich Lange erleichtert. Ein paar Freunde waren gekommen, um die Sendung gemeinsam anzuschauen. „Und die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Alles ist gut so wie es ist.“

Noch auf der Suche

Einen passenden Mann möchte Katja Lange trotzdem gern noch finden. Sollte das bis zum nächsten Frühjahr nicht klappen, könnte sie sich vorstellen, sich eventuell erneut zu bewerben. „Das hat einfach total viel Spaß gemacht. Wer weiß. Vielleicht klappt es ja irgendwann...“

Auch wenn es mit Herbert nicht geklappt hat, die gebastelte Laterne ist so gut angekommen, dass Bauer Herbert am liebsten noch einige mehr davon auf seinem Hof hätte. „Gerade stehen wir nicht in Kontakt, aber wir wollen uns im neuen Jahr noch einmal geschäftlich unterhalten.“ Das Licht brennt also in Bauer Herberts Zuhause weiter. Demnächst vielleicht vielfach.

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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