Huntlosen „King of the kitchen“ steht auf einem Schildchen über der Schwingtür Richtung Küche geschrieben. Und genau das ist Jürgen Fischbeck: Der König seiner Küche im Restaurant Fischbeck’s in Huntlosen. Er kommt aus einer wahren Gastronomie-Familie, schon über 30 Jahre ist er selbst in dieser Branche tätig. Auch seinen Bruder und seine Neffen hat das Restaurant-Virus gepackt. Der Wardenburger Hof in Wardenburg wird bereits in der fünften Generation von einem Mitglied der Familie Fischbeck geführt.

Noch während er auflistet, welche Köstlichkeiten auf der diesjährigen Weihnachtskarte in Huntlosen zu finden sind – zum Beispiel Entenbrust, Heilbutt oder Wildragout – klingelt im Minutentakt das Telefon. „Das sind die ersten, die schon Kohlfahrten fürs kommende Jahr buchen“, erklärt der 53-Jährige mit einem Lachen. Nein, Langeweile kommt da wahrlich nicht auf. „Der Dezember ist generell der stressigste Monat im Jahr“, sagt Fischbeck und kommt dann auf einen speziellen Punkt zu sprechen: „Weihnachten und Silvester sind in der Gastronomie Höhepunkte. Da bleibt für einen selbst oder die eigene Familie wenig Zeit.“

Heiliger Heilig Abend

Doch er und seine Familie haben dafür seit Jahren einen festen Plan: „Der 24. Dezember ist uns im wahrsten Sinne des Wortes heilig. Da bleibt der Laden schon immer zu und das bleibt auch so.“ Doch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag müssen er und seine sechs Mitarbeiter ran. „Ich achte darauf, dass meine Angestellten sich das aufteilen und keiner beide Tage kommen muss“, sagt er und zuckt mit den Schultern. Denn er selbst steht selbstverständlich sowohl am 25., als auch am 26. in der Küche. Und auch am 31. Dezember gibt es ein spezielles Silvestermenü. „Das ist seit Monaten ausgebucht.“ Fischbeck freut sich darüber. „Ich bin vollkommen zufrieden. Der Laden soll ja laufen. Da will ich mich auf keinen Fall beschweren.“

1984 hat Jürgen Fischbeck seine Lehre begonnen, im Jagdhaus Eiden in Bad Zwischenahn, in seinen Augen „der beste Ausbildungsbetrieb überhaupt.“ Konkurrenzdenken? Fehlanzeige. „Die verschiedenen Angebote ergänzen sich.“ Seitdem ist er nichts anderes gewohnt, als sich einzusetzen, damit andere Leute schick essen gehen können. „Man braucht schon Leidenschaft für diesen Beruf“, findet Fischbeck, „sonst geht es nicht.“

Denn die Tage beginnen früh und sie sind lang. „Derzeit starten wir spätestens um 9.“ Fischbeck schaut zur Uhr. Es ist 10. „Und dann wird alles organisiert und vorbereitet, eingekauft und gedeckt.“ Ab 17 Uhr öffnet er die Türen. „Und dann geht es mindestens durch bis 23 Uhr. Zum Teil länger.“ Zeit für Hobbys oder anderes bleibt da selten. Doch montags und dienstags hat auch Jürgen Fischbeck mal so etwas ähnliches wie „frei“ – das Restaurant bleibt wenigstens geschlossen. „Montags muss ich meist noch vieles nachbereiten. Bestellungen und Telefonate erledigen, die Buchhaltung fit halten. Aber dann kann ich mal etwas durchatmen.“ In der Freizeit kochen, das macht der Profikoch allerdings sehr selten. „Da habe ich einfach keine Lust mehr, mich auch noch an den Herd zu stellen“, gibt er zu. „Ich gehe dann lieber essen und gucke mir an, was andere besser machen als ich.“

Detaillierte Planung

Ist denn jetzt, wenige Tage vor dem Fest, für die Menüs an den Weihnachtstagen alles klar? „Fast“, sagt Fischbeck. „Einige spezielle Zutaten muss ich noch einkaufen.“ Das Wichtigste, das habe er mit den Jahren gelernt, sei im Vorhinein die dezidierte Planung bei solchen Großereignissen. „Alles muss wirklich gut vorbereitet sein. Dann kommt man in stressigen Situationen nicht ins Schleudern.“ Die langjährige Erfahrung kommt dem 53-Jährigen da natürlich auch sehr zugute.

Der eigene Nachwuchs hat sich beruflich anderweitig orientiert. „Das ist aber nicht schlimm. Ich mache ja Minimum noch zehn Jahre“, sagt Fischbeck und lacht. Dann zieht er die Kochschürze aus, packt eilig alles zusammen. „Ich muss noch die letzten Besorgungen machen, damit später alles perfekt ist.“

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.