WILDESHAUSEN „Wenn jemand diese Auszeichnung verdient hat, dann doch wohl diese Frauen“, war die einhellige Meinung des Brummkreiselvereins Wildeshausen. Dem hatte der Chef des ebenso lebensfrohen wie ungewöhnlichen „Sportclubs“, Alt- und Vereinsmeister Heinrich Boning, nichts entgegen zu setzen. Im Gegenteil: Er teilte voll und ganz die Meinung seiner Vereinsfreunde.

Zwei Seiten einer Medaille

Doch wie sag’ ich’s meinem Kinde? Boning hatte Hemmungen, einer ernsten Gemeinschaft, die sich einer alles andere als heiteren Aufgabe widmet, die Ehrung einer eher drolligen Spaßgesellschaft anzutragen. Der Altmeister bediente sich einer Vermittlerin. Er schickte seine Äsculap-Jungfer, die frühere Apothekerin Hilde Bohnes, zur Sprecherin der Mitarbeiterinnen der Hospizhilfe. Und siehe da: Mit Freuden – so Maria Iken-Becker – würden sie und ihre Kolleginnen den „Goldenen Brummkreisel“ entgegennehmen. Iken-Becker: „Die Arbeit mit Schwerkranken und Sterbenden schließt Heiterkeit und Humor nicht aus. Es sind zwei Seiten einer Medaille.“

Kaum etwas, eingeschlossen seine kuriose Vereinsmeierei, nimmt der Brummkreiselverein Wildeshausen ernst. Nur wenn es gilt, alle fünf Jahre Mitbürger zu ehren, die sich um Wildeshausen besonders verdient gemacht haben, dann sind die „Jungfern und Meister“ mit Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein bei der Sache.

Dabei war der Ursprung der Verleihung des „Goldenen Brummkreisels“ ein Jux. Der Verein hatte beim Nationalen Olympischen Komitee einen Antrag auf Zulassung ihrer Sportart zu den Olympischen Spielen gestellt. Die hohen Sportfunktionäre lehnten das Ansinnen glatt ab. Man möge sich in Wildeshausen zunächst um eine möglichst weltweite Verbreitung dieses Spiels bemühen. Mit der Auslobung des „Goldenen Brummkreisels“ wollte der Verein diesem Ziel näher kommen.

Sechste Preisvergabe

Der Brummkreiselverein verleiht in diesem Jahr zum sechsten Male ihre goldene Auszeichnung. Den ersten Kreisel erhielt 1984 die Schriftstellerin Irmapia Bahrenburg. Fünf Jahre später wurde der Küster der Alexanderkirche, Erich Siemer, geehrt. 1994 durfte sich der „Gerichtspräsident der Schützengilde“, Hans Auffahrt, mit dem goldenen Spielzeug schmücken. Als nächste folgten der Musiker Carl-Heinz Meyer und der Heimatforscher Peter Hahn.

Zehn Frauen geehrt

In diesem Jahr werden gleich zehn Mitbürgerinnen ausgezeichnet: Neben Maria Iken-Becker sind das Ulla Meier-Sperling, Sonnie Gerk, Christa Vogt, Maria Kathmann, Iris Schaar, Rosel Hilfert, Christel Kluck, Gisela Pipereit, Carla Möllmann und Mechthild Karopka.Die Laudatio auf die neuen Träger des „Goldenen Brummkreisels“ hält der Chef des originellen Sportclubs, „Alt- und Vereinsmeister“ Heinrich Boning.

Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen Auftritt des inzwischen weit über den Nordwesten hinaus bekannten Oldenburger Entertainers Jens Sörensen mit seiner „Frank-Sinatra-Story“ und durch die Versteigerung eines Werkes der Wildehauser Künstlerin Silvia Bettin. Die Kreiselsportler halten übrigens an einer alten norddeutschen Sitte fest: Die Gäste werden mit einem in Rum getränkten Stück Würfelzucker empfangen.

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