Hude „Das ist kein Scherz“, sagt Oberschuldirektor Nico Rettcher von der Peter-Ustinov-Schule in Hude. „Die Jungs machen das schon seit Monaten – und zwar freiwillig.“ Mit den Jungs sind Jonas Beckermann (12), Malte Rüschen (12), Ferdinand Gieschler (12), Lars Tönjes (12) und Ole Kaper (13) gemeint. Die fünf Schüler der 7Ra greifen nämlich Hausmeister Peter Bürmann und seinen Kollegen tatkräftig unter die Arme.

Angefangen hat alles mit einem Laubhaufen. „Wir wollten aus dem Laub eine Sitzgelegenheit bauen“, erzählt Jonas. Dafür seien sie dann zu Hausmeister Bürmann gegangen und hätten sich Harken besorgt. Und weil es ihnen soviel Spaß gemacht hat, helfen sie nun täglich in den beiden großen Pausen mit, den Hof sauber zu halten. Mit Schubkarren, Harken und Besen bewaffnet, kehren sie das Laub zusammen oder sammeln den Müll auf und schmeißen ihn in die Mülleimer – egal ob es regnet, windet oder schneit. „Das ist eine tolle Truppe“, freut sich Bürmann. Nur in den Ferien machen die fünf Saubermänner mal eine Pause.

Und wie reagieren die anderen Schüler auf das schuleigene Räumkommando? „Jeder fragt uns, was wir angestellt haben“, sagt Ole und lacht. Dabei hätten es die fünf Schüler einfach nur satt gehabt, in der Pause rumzuhocken und nichts zu machen. „Wir wollten uns auspowern“, sagt Jonas. Außerdem hätte es auch einen positiven Nebeneffekt, verraten die Fünf. „Wir sind im Unterricht dadurch auch viel ruhiger“, erzählt Malte.

Auch der Oberschuldirektor findet das Engagement super. „Die Jungs machen das, ohne auf den Social-Media-Känalen auf sich aufmerksam zu machen“, sagt Rettcher. Gerade in der Zeit vor Weihnachten werde vermehrt von Toleranz und Respekt gesprochen, so der Schulleiter. Doch das seien zumeist nur Plattitüden. Besonders der jüngeren Generation werde vorgeworfen, keinen Respekt zu haben. „Hier im ländlichen Raum trifft das zumindest nicht zu. Die junge Generation ist warmherzig und hilfsbereit“, sagt Rettcher. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eher die ältere Generation ist, die an ihrer Toleranz und an ihrem Respekt arbeiten muss.“

Wenn es nach den Jungs geht, kann sich Hausmeister Bürmann noch länger über die Unterstützung freuen. „Wir machen das so lange, bis wir die Schule verlassen“, sagen die fünf Schüler. Und einen Wunsch so kurz vor Weihnachten haben sie auch. „Wir würden uns wünschen, dass wir mehr Beachtung von den anderen Schülern dafür bekommen, was wir machen.“ Denn den einen oder anderen Spruch gebe es schon.

Doch davon lassen sich Jonas, Malte, Ferdinand, Lars und Ole nicht beirren. Und so werden sie auch im kommenden Jahr weiter über das Gelände der Peter-Ustinov-Schule fegen und für Ordnung sorgen.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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