Hude Wenn es um digitalen Fortschritt geht, denkt man an die Autoindustrie, Logistik, vielleicht auch an Schulen oder die Medizin. Eine Bücherei in Hude würde einem zunächst nicht einfallen. Doch auch hier hat es einen Wandel gegeben. Bücher kann man seit noch nicht allzu langer Zeit auch online lesen. Wie gut das funktioniert, hat unsere Zeitung ausprobiert.

Die Bücherei Hude, wozu auch die Außenstelle Wüsting gehört, ist Mitglied des Verbandes „Niedersächsische Bibliotheken 24 Stunden online“, kurz: Nbib24. Fast 14 000 Buchtitel stehen in der sogenannten „Onleihe“ zur Verfügung. Darüber hinaus kann man auch ePaper, also Zeitschriften und Zeitungen, herunterladen und Hörbücher. Vor zehn Jahren hat sich der Verband gegründet. Mittlerweile hat er 137 Bücherei-Mitglieder. Hude ist in diesem Sommer nun genau vier Jahre dabei.

Test über App

Wer eine Lesekarte in seiner örtlichen Bücherei besitzt, kann das Online-Angebot kostenlos nutzen. Die Nbib24 ist nicht nur am Computer, sondern auch über eine App auf dem Handy abrufbar. Diese probiere ich einmal aus.

Bücherei will Öffnungszeiten ausweiten:

Die Bücherei in Hude will ab Oktober probeweise ihre Öffnungszeiten erweitern. Das teilt Leiterin Anja Janzen mit. „Wir wollen in den Wintermonaten einmal im Monat samstags öffnen“, sagt sie. Von 10 bis 13 Uhr können Bücherliebhaber an sechs Samstagen in die Bibliothek kommen.

Die Termine sind Samstag, 12. Oktober, 9. November, 14. Dezember, 11. Januar, 8. Februar und 14. März.

Wer sich anmelden möchte kann dazu in die Bücherei in Hude, Vielstedter Kirchweg 15, kommen. Die Mitgliedschaft kostet sechs Euro im Jahr. Enthalten sind sowohl die Bücher in der Bücherei als auch das Online-Angebot über die Nbib24.

Bevor ich die Nbib erkunden kann, werde ich nach Mitgliedsnummer und Pinn gefragt. Dann kann es losgehen. Die App ist sehr übersichtlich. Da ich neu hier bin, will ich natürlich zuerst nach Büchern suchen. „Unter der Menüleiste kann man entweder auf ,Empfehlungen’ oder ,Stöbern’ gehen“, erklärt mir Mitarbeiterin Anja Bausen das Programm. Ich wähle „Stöbern“ aus und kann in der Galerie wunderbar in verschiedenen Sparten suchen – von Krimi und Thriller über Sachmedien bis hin zu Science-Fiction, Romanen und Humor. Auch Kinder- und Jugendbücher sind gesondert aufgeführt. So kann ich ganz nach meinem Geschmack in einer großen Auswahl stöbern, und ich sehe auch schnell bekannte Titel wie „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg“. Kenne ich allerdings schon.

Also suche ich nach einem meiner Lieblingsautoren, Marc-Uwe Kling. Die „Känguru-Chroniken“ sind in der Onleihe zwar nicht enthalten, dafür aber das 2017 erschienene Buch „Quality Land“ mit 4,4 Sternen. Die Bewertungen bieten eine gute Orientierung. Schade ist nur, dass es keine schriftlichen Lesermeinungen gibt.

Es ist wirklich einfach, das Buch auszuleihen. Ich klicke auf den Buchtitel, woraufhin eine Übersicht mit dem Cover und einer Inhaltsangabe erscheint. Unter „Infos“ kann ich schauen, wie viele Seiten das Buch hat, was es für eine Kategorie hat, und auch eine Leseprobe ist enthalten. Das Herunterladen eines Titels geht schnell. Ich kann direkt anfangen, zu lesen. Die Schriftgröße lässt sich anpassen und auch Lesezeichen kann man setzen, um zu einem späteren Zeitpunkt fortzufahren. Meine ausgeliehenen Bücher finde ich ganz einfach unter „Meine Medien“ wieder. Zwei bis 14 Tage lässt sich ein Titel ausleihen – zehn maximal zur gleichen Zeit. Mit Ablauf der Ausleihe erlischt diese automatisch.

Starker Zuwachs

Angefangen hat die „Onleihe“ in Hude mit 35 Nutzern und 127 Ausleihen. Mittlerweile sind es 97 mit aktuell 527 Ausleihen. „Es wird gut angenommen“, freut sich Anja Janzen, Leiterin der Bücherei. Ein Großteil des Leserklientels seien aber auch Familien mit kleinen Kindern. „Die leihen meistens noch richtige Bücher aus.“ Von denen, die es nutzen, „bekommen wir positive Rückmeldungen“, so Janzen, und die Anwendung der Online-Bibliothek funktioniere in der Regel einwandfrei.

Vorteile sehen sie und Anja Bausen viele: Zunächst einmal ist die Online-Bibliothek neben dem PC auf allen Endgeräten abrufbar (außer beim eBook-Reader der Marke kindle). Auch Neuerscheinungen kommen wöchentlich rein, sagen die beiden Frauen. Besonders auf Reisen sei das Angebot der „Onleihe“ praktisch.

Die eBooks stehen jedoch nicht uneingeschränkt zur Verfügung. „Es werden Lizenzen erworben“, erklärt Janzen und zeigt ein Beispiel. Vom Titel „Ein Daddy zum Verlieben“ gebe es sieben Exemplare, worauf 99 Vormerkungen verbucht sind. Auf beliebte Bücher muss man also gegebenenfalls warten – wie in der richtigen Bücherei.

Auch seien nicht alle Bücher, die es haptisch gibt, in der Nbib24 zu bekommen, weil nicht alle Verlage Lizenzen vergeben wollen. „Aber soweit wir sie das anbieten kann, ist die Nbib24 sehr aktuell“, so Janzen. „Man muss es als Ergänzung sehen.“

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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