Hude Heiko Postma und Martin von Maydell begeisterten mit plattdeutscher Poesie. Unter dem Motto „De Krei de spelt Fitel…“ erinnerten sie im Kulturhof Hude mit Texten und Liedern an das spannende Leben des Schriftstellers Klaus Groth und damit an den Mann, der Niederdeutsch zur Literatursprache gemacht habe. Informativ und erheiternd stellten Heiko Postma aus Hannover und Martin von Maydell aus Hude den norddeutschen Lyriker und Schriftsteller (1819-1899) vor.

Es war ein Genuss für das Publikum, Heiko Postma zuzusehen, wenn er über Klaus Groths Leben sprach. Der Rezitator, Übersetzer, Autor und Erzähler beschäftigt sich schon lange mit dem niederdeutschen Schriftsteller und Lyriker. Für ihn, den Germanisten und Literaturhistoriker, ein Muss, wie er sagt. Auch Martin von Maydell, ebenfalls Germanist, der die Texte musikalisch vortrug, hatte sich intensiv mit Klaus Groth beschäftigt.

Vor fünf Jahren hatten Postma und von Maydell diesen Groth-Abend zum ersten Mal in Hude aufgeführt. Zuvor hatte der Huder von Maydell ein dreiviertel Jahr lang Texte in Noten umgesetzt, einen großen Teil auch eigens dafür komponiert sowie auch übernommen, wie zum Beispiel von Gerhard Selle oder Friedrich Nietzsche.

Mit Texten in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache ließen Postma und von Maydell Groths Werke lebendig werden.

„Bei Klaus Groth hat das anders geklungen, die unmittelbare Aussprache war Plattdeutsch in Dithmarscher Mundart“, erklärte Postma. Es gäbe sehr viele unterschiedliche Mundarten. „Platt ist eine eigene Sprache.“ In hier vertrauten Mundarten erzählten und sangen Postma und von Maydell von der Kindheit und dem Bildungshunger des Autodidakten Groth, der sich früh durch Lesen mehr beigebracht habe, als damals in der Schule gelehrt worden sei. Das Publikum lauschte gebannt, hörte etwas über erste Reisen, Arbeit und Lehre, über die Heirat und bis hin zum Tod des Klaus Groth.

„Es gibt eine Stimmung, die kann nur in Platt ausgedrückt werden“, erklärte Postma. Zum Beispiel eine gruselige Moorballade, die unter die Rubrik „Was sich das Volk erzählt“ fiele. Ergreifende Texte bis hin zu humorvollen Ausführungen – es war alles dabei. Ein Besucher aus Bookholzberg beschäftigt sich auch mit Klaus Groth und wollte noch mehr erfahren. Hier wurde er durchaus zufriedengestellt, bemerkte er. Es kenne etliche Interpretationen, doch Postma würde das wunderbar vortragen, ebenso wie von Maydell.

Zu dem Abend eingeladen hatte der Verein Pro Musica Activa. Der Verein wurde gegründet, um die Huder Kultur zu fördern, sagte von Maydell.

Von Maydell nutzte den Abend auch als Plattform für einen Aufruf. Gesucht würden Chorpaten für den Jugendchor TonArt. „Wir wollen die hohen Gebühren senken, bestenfalls den Jugendchor frei stellen. So wie bereits den Kinderchor. Der Jugendchor soll wieder attraktiver werden“, so von Maydell, der auch Chorleiter ist.

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