Hude Ein wenig litt das mentale Empfinden beim „Herbstglühen“ am Sonntag unter den immer wiederkehrenden Regenschauern. Was im vergangenen Jahr fast noch ein „Sommerglühen“ war, fand im Rahmen der Huder Gartenerlebnisse, veranstaltet von der Huder Touristik-Palette, diesmal mit einem Wetterdämpfer, wenn auch bei warmen Temperaturen, statt.

Umso erstaunter zeigten sich Gutsverwalterin Greta von Witzleben und deren Ehemann Philipp Verpoorten über mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Führung am Sonntagvormittag durch den Landschaftspark der Familie von Witzleben. Und das war nur die erste Führung. Am Nachmittag fand noch eine zweite statt.

Raten bis in 50er Jahre

„Wir werden jede Führung in zwei Gruppen aufteilen. Das ist auch besser so. Mit seinem Mann ist man ja nicht immer einer Meinung“, lachte Greta von Witzleben. Der revanchierte sich mit den Worten: „Darüber reden wir später noch einmal.“ Szenen einer Ehe. Alltag und eine Steilvorlage für die anstehenden Führungen, denn den botanischen Part stellte Philipp Verpoorten vor. Das Geschichtliche brachte Greta von Witzleben den Führungsteilnehmern näher.

Die Grundlage dafür legte sie noch vor der Aufteilung auf der Wiese vor dem Gutshaus. „Warum sind wir hier? Weil Graf Anton-Günther sich mit dem Klosterareal übernommen hat“, blickte die Gutsverwalterin zurück. Mangels direkter Nachkommen fiel das Oldenburger Land an das Königreich Dänemark. Kurt-Veith von Witzleben arbeitete dort am Hofe. Währenddessen verwahrloste das Gut in Hude. Der Dänische König setzte deshalb Kurt-Veith von Witzleben als Verwalter ein. Bei einem Besuch des dänischen Königs nutze er die Gunst der Stunde und kaufte Hude gegen einen jährlichen Ablass. Wie Greta von Witzleben abschließend bemerkte, sei die letzte Rate in den 50er-Jahren bezahlt worden.

Ehemaliger Flüchtling

Nach den beiden Führungen öffnete am Nachmittag Rudolf Genz, zweiter Vorsitzender des Vereins Klosterfreunde Hude, die Absperrung zur Klosterruine. Hier konnten interessante Neuigkeiten zu den bald beginnenden Sicherungsarbeiten an dem Bauwerk erfahren.

Fakten und lebendige Geschichte wie Gisela Rulfs, heute in Darmstadt lebend, zusammen mit Rita Kroog aus Berne feststellte. Beide feierten ein Wiedersehen. Sie gingen früher in Hude ab der dritten Klassen in die Volksschule und erlebten die Schul- und Jugendzeit gemeinsam. Gisela Rulfs verbrachte mit der Familie 1946 sogar ein Jahr im Herrenhaus als Flüchtling. Insofern war die Führung für sie ein ganz besonderes Erlebnis.

Vier weitere Stationen

Zu den Huder Gartenerlebnissen hatten am Sonntag auch der  Familiengarten Mümken an der Maibuscher Straße 10a, geöffnet. Außerdem zeigten die Baumschule Tönjes an der Nordenholzer Straße 25, die Baumschule Siefken, Alter Damm 2, in Hude-Tweelbäke und das Arboretum in Neuenkoop, warum sich ein Besuch immer wieder lohnt.

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