HUDE Es ist 18.30 Uhr an diesem Montag. Eine Probe steht an. Weitere werden bis Freitag noch folgen. Beinahe still ist es im Spiegelsaal der Huder Jahnhalle. Nur die Stimme von Regisseurin Rena Hengst ist zu hören, die Texte aus dem Ballettstück vorliest. Um sie herum sitzen 18 Mädchen zwischen 16 und 18 Jahren. Anschließend erheben sich die Tänzerinnen der Ballettabteilung des TV Hude, schlüpfen in ihre Kostüme und begeben sich in Position. Die Füße sind schon ganz rot vom Üben, die Ballen verbunden. Der Boden ist hart und kalt.

Tanzen mit Leidenschaft

In jedem einzelnen Bild schlüpfen die Mädchen in unterschiedliche Rollen. Sie begegnen sich zunächst in einem Bahnhof. Dort verkörpern sie Charaktere aus dem Alltag. Dieses Motiv ist auch das Schlussbild und spannt den Bogen zum Anfang. Da zeigt sich die Businessfrau, die es eilig hat, der Werder Bremen-Fan, der seinen Verein besingt, bis hin zur Obdachlosen, die mehr als alle anderen hervorsticht. Sie alle sind dabei so mit sich selbst beschäftigt, dass sie die Reisende, die sie anspricht, gar nicht wahrnehmen. „Wer weiß, wo ich bin?“, fragt das rothaarige Mädchen in die Runde, auf ihre Straßenkarte zeigend. Eine Antwort darauf erhält sie zunächst nicht, blickt nur in leere Gesichter.

Das Ballett „Glaube, Liebe, Hoffnung“ befasst sich damit, auf welcher Stufe der Einzelne steht, und mit Themen wie Liebe, Verzweiflung und Selbstfindung. „Dabei gibt es im Yoga sieben Stufen der Selbsterkenntnis. Jeder ist auf seiner Stufe und muss den entsprechenden Zug nehmen“, sagt Hengst, die auch Yoga-Lehrerin ist. Wer den Glauben verliere, könne durch die Liebe wieder Hoffnung finden, so die Regisseurin.

Bis zum Schluss nehmen die Tänzerinnen das Publikum auf eine Reise mit. Sie spielen dafür zu kontrastreicher Musik mit allerhand Emotionen, von absoluter Abgeklärtheit bis hin zu rührseliger Weichheit. Die Mädchen beherrschen sowohl sanfte, fließende Bewegungen zu langsamer Klaviermusik als auch leidenschaftliche Bewegungen zu Beatklängen.

Auf üppige Kostüme hat die Choreographin dabei bewusst verzichtet, sie wolle nicht vom Eigentlichen, dem Inhalt, ablenken, so Hengst. Zum Thema passend gewählt sei auch der Aufführungsort, die Ausstellungshalle der Amazonen-Werke in Hude. Die Maschinen passen gut zur Selbstfindung in der Zeit zunehmender Technisierung, sagt sie.

Mit den Proben angefangen hatten die Tänzerinnen im vergangenen Herbst. „Zunächst haben wir aber nur mit einem Tanz angefangen. Das hat sich dann entwickelt“, erklärt die Choreographin. Das Lampenfieber halte sich bislang noch in Grenzen. „Das kommt kurz vorher“, sagt Alexandra Schütte (17).

Einführung vor Beginn

Premiere feiert das Ballett dann am Freitag, 15. Juni, um 20 Uhr. Zwei weitere Aufführungen folgen am Sonnabend, 16. Juni, um 20 Uhr und am Sonntag, 17. Juni, um 12 Uhr. Einlass ist ab 19.30 bzw. 11.30 Uhr. Eine Stunde vor Beginn gibt Hengst eine Einführung in das Thema des Stückes. Alle Termine sind ausverkauft.

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Christine Henze Volontärin / NWZ-Redaktion
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