WILDESHAUSEN Ein sehr altes Haus im Zentrum Wildeshausens wird einer ganz neuen Bestimmung übergeben. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres geht in dem bisherigen „Hotel am Rathaus“ an der Kleinen Straße 4 mit dem Projekt „Mittendrin“ das erste zentrumsnahe Wohnangebot der Diakonie Himmelsthür an den Start. Dann werden hier 18 Menschen mit Assistenzbedarf leben, die bisher noch auf dem Zentralgelände der Himmelsthür an der Dr.-Klingenberg-Straße wohnen. „Damit geht unser erstes Konversionsprojekt ans Netz“, freute sich Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer der Himmelsthür. Er stellte am Montag zusammen mit Otto Sandkuhl, dem Besitzer der Immobilie, die Pläne vor.

Der Pachtvertrag zwischen der Diakonie und Sandkuhl läuft über 20 Jahre. Die Verantwortlichen rechnen nach einer dreimonatigen Umbauphase damit, dass die ersten Bewohnerinnen und Bewohner Anfang September einziehen können. Der Bauantrag ist gestellt, die Stadtverwaltung und die Nachbarn sind informiert. „Es gab so gut wie keine Vorbehalte“, so Sandkuhl und Arendt-Uhde.

Das Angebot richtet sich an erwachsene Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung, die tagsüber einer Arbeit in der Werkstatt (WfbM) oder einer anderen Beschäftigung nachgehen. Zielsetzung sei es, diesen Menschen mit professioneller Begleitung und Unterstützung eine möglichst selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen, so Arendt-Uhde.

Die neuen Bewohner des alten Hotels werden in Einzelzimmern untergebracht. Jeweils vier teilen sich eine Küche. Es gibt vier unterschiedliche Wohnangebote.

Das Hotel am Rathaus wurde in den letzten 15 Jahren von Helmut und Angeline Pixa-Mikkers betrieben, die in den Ruhestand gehen. Zuvor war das Haus unter anderem als Bäckerei genutzt worden. Im Jahr 1747 zog Georg-Friedrich Schetter in das Gebäude, der von 1771 bis 1773 der erste von fünf Bürgermeistern dieses Namens war. Otto Sandkuhl erwarb die Immobilie 1990 und baute sie 1991 zum Hotel mit 40 Betten aus.

Mit diesem ersten Wohnprojekt startet die Himmelsthür ihren auf zehn Jahre angelegten Umwandlungsprozess in Wildeshausen. In diesem Zeitraum sollen mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und der „Aktion Mensch“ mindestens 240 Menschen vom Zentralgelände in alternative, gemeinde­integrierte Wohnangebote umziehen. Ein zweites Projekt soll noch in diesem Jahr gestartet werden.

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