Ich habe zufällig gelesen, dass Menschen im Sternzeichen Jungfrau zuverlässig, fürsorglich, sachlich und beschwingt sein sollen. Obwohl ich dem Sternzeichen normalerweise nicht viel abgewinnen kann, muss ich sagen: Auf Rainer Heinken (60) treffen die angegebenen Eigenschaften zu.

Seit über 42 Jahren arbeitet er nun äußerst zuverlässig bei der Gemeinde Ganderkesee und davon die meisten Jahre im Fachdienst „Soziale Hilfen“, wo er immer ein sachlicher und fairer Ansprechpartner war. Seit fast einem Jahr sorgt sich Rainer als Personalratsvorsitzender zudem um die fast 400 Mitarbeiter der Gemeinde Ganderkesee.

Als ich Rainer als „Ganderkeseer Jung“ bezeichne, winkt er lächelnd ab: „Nicht so ganz, denn ich bin in Delmenhorst geboren.“ Aufgewachsen ist Rainer Heinken die ersten Jahre in Bookhorn. Wie auf dem Lande so üblich, waren auch für den kleinen Rainer Wiesen und Felder der ideale Spielplatz. „Schwimmen konnten wir in der Welse“, schwärmt Rainer noch heute. Allerdings war es damit schnell vorbei, denn als Rainer sechs Jahre alt war, zog Familie Heinken nach Bookholzberg.

„Ich war ein Bastler“, sagt Rainer über seine Kinder-und Jugendzeit. „Ich habe Wecker oder auch Vaters Rasierapparat auseinander genommen, allerdings hat es mit dem Zusammensetzen nicht immer so geklappt.“ Diverse Schiffs- und Flugzeugmodelle bastelte Rainer aus Papier. Später wagte er sich sogar an ein ferngesteuertes Schiff.

Von der Grundschule im beschaulichen Bookholzberg, ging es dann zur weiterführenden Schule in die Stadt Delmenhorst. Hier entdeckte Rainer seine Leidenschaft für den Handballsport. Angefangen beim VSK Bungerhof und später bei den ersten Herren vom Bookholzberger TB. Mit dieser Mannschaft schaffte es Rainer bis in die Verbandsliga. Mit zunehmenden Alter spielte Rainer dann noch in der 2. und 3. Mannschaft, und als er in der 4. Herrenmannschaft angekommen war, hängte er 2002 seine Handballschuhe an den berühmten Nagel.

Schon früh war Rainer klar, dass für ihn nur ein Bürojob in Frage kommen würde. Nach seinem Schulabschluss mit der mittleren Reife hatte er sich bei einigen Firmen beworben, auch bei der Gemeinde Ganderkesee. Hier erhielt er zunächst eine Absage. Zwei Monate später meldete sich die Gemeindeverwaltung allerdings bei Rainer, und aus der Absage wurde eine Zusage.

Seit dem 1. April 1975 ist Rainer nun im Dienst der Gemeinde Ganderkesee. Noch heute schwärmt er von seinem ersten Chef Heinz Huhs. „Das war ein väterlicher Chef. Als ich zum Beispiel mit meinem ersten Sitzungsprotokoll nicht klar gekommen bin, hat Heinz Huhs dieses Protokoll mit mir zusammen angefertigt.“

Rainers zuverlässige Art und nicht zuletzt seine fachliche Kompetenz blieben auch den Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung nicht verborgen. „Den Rainer Heinken will ich für das Sozialamt haben“, meinte der damalige Amtsleiter Friedrich Rohlfs. Schon wenige Monate später wurde er dessen Stellvertreter und vor einigen Jahren sein Nachfolger. In seiner Funktion im Sozialamt war Rainer maßgeblich an der Gründung zum Beispiel des ASG (Arbeitskreis der Selbsthilfe- und Initiativgruppen), des Seniorenbeirats oder der „Senioren am Netz“ beteiligt.

„Es sind schöne Momente, wenn man auch noch nach Jahren von Menschen angesprochen wird, denen wir vom Sozialamt aus helfen konnten“, bemerkt er, erwähnt aber auch, dass gerade in der letzten Zeit der Mangel an Respekt gegenüber den Mitarbeitern der Gemeinde zugenommen hat.

Nicht nur gegenüber den Menschen, die zum Sozialamt kommen, ist Rainer hilfsbereit, sondern auch gegenüber seinen Arbeitskollegen. Seit knapp 30 Jahren ist er aktiv im Personalrat und nun seit einem Jahr dessen Vorsitzender. Die Mitarbeiter wissen: Bei Rainer sind ihre Sorgen gut aufgehoben.

Sorgen gibt es aber nicht nur im Beruf, auch privat gab es bei Rainer nicht immer nur Sonnenschein. Ein einschneidendes Erlebnis war der Tod seines Vaters. Darum war es für Rainer eine Herzensangelegenheit, den Hospizkreis Ganderkesee mit auf den Weg zu bringen. Heute ist er noch stellvertretender Vorsitzender.

Eine weitere Freizeitaktivität ist die Musik. In jungen Jahren spielte Rainer schon auf seiner Gitarre, mit 35 Jahren legte er sich ein Keyboard zu und nahm dafür Unterricht. „Im Moment reichen meine musikalischen Qualitäten nur für zu Hause“, gibt Rainer gerne zu. Kommt er nach Hause, so ist sein erster Weg zur Musikanlage. „Mit Musik im Hintergrund geht alles besser“, erzählt Rainer. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Uschi besucht er gerne Konzerte wie zum Beispiel von Helene Fischer, Peter Maffay oder auch André Rieu. Unvergessen bleibt ihm das Konzert von Robin Gibb (Bee Gees).

Einige Jahre machten Rainer und einige seiner Freunde auf vielen Festen Furore mit ihrer „Playbackshow“. Rainer war als DJ Ötzi oder auch als Roy Black zu sehen. Musik gehört für Rainer einfach zum Leben dazu, und er schwingt auch gerne das Tanzbein. Damit passt auf Rainer auch perfekt die Eigenschaft „beschwingt“ in seinem Sternzeichen.

Rainer Heinken, Personalratsvorsitzender der Gemeinde Ganderkesee

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.