WILDESHAUSEN Sterben und Tod sind als Tabu-Themen inzwischen an den Rand der gesellschaftlichen Debatte gerutscht – erst recht im Frühling, wenn die Natur wieder erwacht. „Dabei erbitten die Menschen immer mehr Hilfestellung“, weiß Matthias Selke, Pastor in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wildeshausen. Es gebe eine große Unsicherheit, beispielsweise bei Fragen zum Umgang mit Angehörigen von Verstorbenen oder bei der Suche nach Ansprechpartnern im Todesfall. Aus diesem Grund hat die Kirche einen 26-seitigen Trauerbegleiter aufgelegt, der Worte des Trostes aber auch Adressen enthält.

Fast ein Jahr lang habe ein Team an dem hochwertigen Heftchen im DIN- A6-Format gearbeitet, berichteten Selke, Diakon Rainer Lübke und Gabriele Utikal-Kück am Montag. Weiterhin gehörten dem Redaktionsteam Pastor Rüdiger Gryczan, Renate Tagher und Michael Bunjes an. Die Dötlinger Grafiker Frank Holzberg und Elke Krause-Winterhoff sorgten für eine ansprechende Optik des Ratgebers für besonders schwierige Lebenslagen. So ist im Innenteil das Bild eines Herbstbaumes zu sehen, der seine Blätter abwirft. Auf allen Seiten dekorieren Blätter die Bibelworte oder andere Texte. Die Herausgabe des Heftes sei ohne die Unterstützung diverser Sponsoren nicht möglich gewesen, sagte Selke.

Anlass für die Herausgabe des Trauerbegleiters war die Nachfrage einiger Kirchenmitglieder, ob es möglich sei – nach dem Vorbild des Hochamtes in der katholischen Kirche – einen besonderen Gottesdienst für die Verstorbenen anzubieten. Die Einladung zum Gottesdienst am Ewigkeitssonntag, in dem die Namen aller Verstorbener des vergangenen Kirchenjahres verlesen werde, reiche manchen Protestanten offenbar nicht aus. Auch sei die Möglichkeit eines Krankenabendmahls oder der Aussegnung des Verstorbenen aus dem Haus weitgehend unbekannt. Der Trauerratgeber leiste Hilfestellung. „Er hat dienenden Charakter“, beschreibt Selke den Inhalt des Buches.

Die gedruckte Auflage von 1000 Stück soll zunächst über das Pflegenetzwerk Wildeshausen sowie in Arztpraxen verteilt werden, erläutert Utikal-Kück. Wer außerdem ein Interesse an einem Exemplar hat, wende sich ans Kirchenbüro ( 04431/2449).

Das Redaktionsteam ist der Ansicht, mit diesem Trauerbegleiter im evangelischen Kirchenkreis weitgehend Neuland zu betreten. Man setzt aber auf den Austausch mit den übrigen Gemeinden, um im Fall einer Neuauflage Verbesserungsvorschläge einzuarbeiten. Zukünftig lädt die Gemeinde zu regelmäßigen Gedenkgottesdiensten ein.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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