Hatten /Oldenburg Die Zeit, als er in Paris gelebt hat, oder aber die Ausflüge in die Osenberge oder zum Blockhaus seines Großvaters in Hatterwüsting: So einige von Andreas Bahlmanns Erinnerungen und Erlebnissen liefern Inspiration für die Geschichten, die er in seinen Romanen erzählt. „Ich kenne keine Romane oder Geschichten, die keinen autobiografischen Hintergrund haben“, sagt der Oldenburger Autor und Musiker. „Natürlich mit der Freiheit, Erlebnisse an jeden beliebigen Ort und jeden beliebigen Zeitpunkt zu stellen.“

Reise durch Frankreich

Das zeigt sich auf in seinem zweiten Roman „Amour Bleu“, der in diesem Jahr erschienen ist. Der Rote Faden des Buches, erzählt der Autor, ist der Liebeskummer von Gottfried Josef. Er versucht, diesem zu entfliehen und macht sich auf den Weg auf eine Reise ohne Ziel Quer durch Frankreich. „Wenn man in diesem Zustand unterwegs ist, begegnet man Menschen und erlebt Dinge, die man sonst nicht erlebt hätte“, sagt Bahlmann.

Unterwegs begegnet Gottfried unterschiedlichen Menschen, deren Geschichten zu Teilen der Erzählung werden. In der Geschichte geht es außerdem um zwei Frauen: Isabelle, von der Gottfried verlassen wurde, und Madeleine, der er im Waschsalon eines Campingplatzes begegnet.

„Meine Tochter fragte mich irgendwann: Stimmt das alles, was da steht?“, erzählt Bahlmann. Er hat hat zehn Monate lang in Paris gelebt und viele der Orte, die er beschreibt, selbst besucht. Wie viel von „Amour Bleu“ aber tatsächlich autobiografisch ist, lässt er offen.

Geteilte Leidenschaft

„Das ganze Buch war keine Bewusste Entscheidung“, blickt der Autor auf seinen Schreibprozess zurück. Rund drei Jahre lang hat er an dem Roman gearbeitet. „Ich habe einfach angefangen zu schreiben. Der erste Satz war wichtig, wohin es geht, wusste ich auch.“ Von Verlauf der Geschichte ließ er sich überraschen. „Ich war selbst gespannt, was als nächstes passiert.“

Bahlmanns Roman hat seinen eigenen Soundtrack: Titel von Led Zeppelin, Edith Piaf, Jimi Hendrix und anderen Künstlern begleiten Gottfried auf seiner Reise. Diese Leidenschaft teilt Bahlmann mit seiner Romanfigur: Der Oldenburger ist nicht nur Autor, sondern auch Musiker, betreibt in Oldenburg eine Schlagzeugschule und steht mit verschiedenen Bands auf der Bühne. Die Liebe zur Musik hat ihn auch zu dem Verlag gebracht, in dem „Amour Bleu“ erschienen ist. „Edition Contra-Bass“ – der Name habe ihm einfach gefallen.

In Hatten verwurzelt

Wer Bahlmanns erstes Buch „Red House“ kennt, für den ist Gottfried Josef kein unbekannter Name – auch die Hauptfigur im Debütroman des Oldenburgers trägt ihn. Ist „Amour Bleu“ also eine Fortsetzung? Nein, stellt der Autor klar. Ob es sich aber um die gleiche Figur handelt, da legt er sich nicht fest.

„Red House“ erzählt aus den 60er, 70er und 80er Jahren, unter anderem von katholischer Erziehung und von Bluesmusik, die die Jugend von Gottfried geprägt hat. Inspiriert sind viele der Schauplätze von Orten in der Gemeinde Hatten: den Osenbergen, die früher militärisches Übungsgebiet waren und von dem Blockhaus, das Bahlmanns Großvater in Hatterwüsting besaß. „Da hat man sich wunschlos glücklich gefühlt“ erinnert sich der Autor. „In den 80er Jahren musste das irgendwann alles verkauft werden.“

Jana Wollenberg Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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