Harpstedt /Syke /Wildeshausen Wenn die Stadt Wildeshausen die Pläne für ein Urgeschichtliches Zentrum im alten Feuerwehrhaus an der Hunte verwirklichen sollte, dann kann sie auf eine Unterstützung aus Syke bauen. Das dortige Kreismuseum hat angeboten, 13 Urnen sowie Beigefäße und dazugehörige Unterlagen als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich um Funde, die bei einer Grabung vom 30. Juni bis 1. August 1975 in Harpstedt ans Licht kamen – und die seit 1980 Bestandteile eines Hügelgrab-Nachbaus im Kreismuseum sind.

Zum Hintergrund des Angebots: Das Kreismuseum in Syke wird erweitert. Da, wo jetzt der Hügelgrab-Nachbau steht, werde sich künftig der Durchgang zum Neubau befinden, erläuterte Dr. Ralf Vogeding, Leiter des Museums. Deshalb müsse der Nachbau weichen.

Was da zurzeit noch in Syke steht, bildet nur einen Teil eines einstigen Hügelgrabes ab. Es gehörte zu einem Hügelgräberfeld im Staatsforst Harpstedt, das in der Folge der Aufräumarbeiten nach dem Orkan Quimburga (13. November 1972) stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Einige flachere Hügel waren durch die Arbeiten mit Planiermaschinen und Pflügen zerstört, Steinpackungen angeschnitten.

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12 Meter Durchmesser

Vor diesem Hintergrund wurde 1975 der in der südwestlichen Ecke des Gräberfeldes gelegene Hügel untersucht. Der äußere Steinkranz dieser Anlage hatte einen Durchmesser von 12 Metern – was nahelegte, dass im Museum nur ein Ausschnitt gezeigt werden konnte.

Der Grabhügel stamme aus der Bronzezeit (etwa 2200 bis 800 v. Chr.), erklärte Nele Miethig, als wissenschaftliche Volontärin im Kreismuseum tätig. Die in unterschiedlichen Höhen platzierten Urnen und Grabbeigaben ordnet sie der nachfolgenden Vorrömischen Eisenzeit zu, das seien „Nachbestattungen“. Ursprünglich war angedacht, alle Relikte ins Magazin des Museums zu verfrachten.

Das Kreismuseum plant, mit dem Abbau der Hügelgrab-Simulation Ende April zu beginnen. Ein Film-Team und ein archäologisches Vermessungsteam (3-D-Vermessung) würden dann mit der Dokumentation beginnen, so die Archäologin Miethig. Ziel ist, das Hügelgrab sowie weitere archäologische Denkmäler der Region für die Gäste des Kreismuseums multimedial darzustellen. „Die Museumswelt hat sich weiterentwickelt“, begründete Vogeding die geänderte Form der Darstellung.

Von Harpstedt nach Syke

In dieser multimedialen Darstellung könnte möglicherweise ein weiterer Beitrag aus der Samtgemeinde Harpstedt eine Rolle spielen: Archivpfleger Günter Kastendieck hat dem Kreismuseum einen nicht vertonten Schwarz-Weiß-Film aus dem Jahr 1951 über eine Ausgrabung in Wohlde übergeben. Gert Weidenhöfer aus Mahlstedt war es gelungen, die Dokumentation, die lange Zeit als verschollen galt, wieder ans Licht zu holen. Vor zwei Jahren war der Film den erstaunten Mitgliedern des Geschichtsvereins Harpstedt gezeigt worden.

Die gefilmte Grabung in einem Bereich südlich der Wildeshauser Straße hatte 1951 für Aufsehen gesorgt. So kam der Direktor des Landesmuseums Hannover, Prof. Dr. Hermann Jacob-Friesen, im März 1951, um sich ein Bild zu machen. Später wurde der Film vor Vertretern der Landesregierung vorgeführt.

Wer war dabei?

Was der Film aber auch zeigt: Schüler besichtigten das Terrain und halfen zum Beispiel beim Sieben des Bodens. „Es waren Klassen der Lehrer Rendigs und Grimsehl bei den Ausgrabungen dabei“, weiß Günter Kastendieck. Er hofft hier auf nähere Informationen durch Zeitzeugen und bittet diejenigen, die als Schüler dabei waren, sich beim Archiv der Samtgemeinde im Amtshof Harpstedt zu melden (montags und donnerstags jeweils 14 bis 17 Uhr, Telefon   04244/8247; E-Mail: archiv@harpstedt.de).

Wie der alte Film in die neue multimediale Darstellung eingebaut werden könnte, sei noch offen, sagte Nele Miethig. Dies Projekt werde voraussichtlich im Frühjahr 2020 bewerkstelligt.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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