Harpstedt Wenn Pastor Gunnar Bösemann in dieser Vorweihnachtszeit abends Veranstaltungen besucht, dann, so sagt er, treffe er einen Mann durchaus häufiger, mitunter „drei-, viermal“ pro Woche. Das kommt nicht von ungefähr: Der Mann, den der Pastor meint, ist in vielen Gruppen aktiv: Steffen Akkermann engagiert sich mit großem Einsatz im Gemischten Chor, in der Gemeindepartnerschaft mit Loué, bei den Pragern, im Elferrat und, und, und. Auch am Dienstagabend traf Bösemann den umtriebigen Akkermann. Der Anlass: Steffen Akkermann erhielt die „Helfende Hand“.

Ehrenamtliche Hilfe fernab vom Scheinwerferlicht

Die Helfende Hand ist eine Olivenholz-Skulptur des Künstlers Hans-Joachim Kampa („Hansartig“) aus Holzhausen bei Beckeln. Mit ihr werden seit 2006 einmal im Jahr in der Samtgemeinde Harpstedt Menschen geehrt, die sich – ohne großes Aufheben davon zu machen – ehrenamtlich für andere einsetzen. Jeder Preisträger wird automatisch Mitglied der Jury, die über die Vergabe entscheidet und dann zum Jahresende hin den Wanderpreis übergibt.

Jüngste Preisträger waren die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Harpstedt (2013), Margret Hauk vom Harpstedter Turnerbund (2014), das DRK-Blutspendeteam (2015) und die Harpstedter Flüchtlingsinitiative (2016).

Als passenden Rahmen für die Übergabe des Wanderpreises hatten die Juroren die Weihnachtsfeier der Prager gewählt – die seit ihrer Wiedergründung ehrenamtlich von Akkermann geleitet werden. Auch für die in der Delmeschule feiernden Musiker war die Ehrung überraschend. Spontan erhoben sie sich und zollten dem Geehrten einen lang anhaltenden Applaus – dem sich die Juroren anschlossen.

Was Akkermann in der Samtgemeinde bewegt hat und wo er hilft, das machte Annelen Voß in ihrer Laudatio deutlich. 22 Jahre alt sei der gebürtige Borkumer gewesen, als er im Sommer 1967 als Lehrer nach Harpstedt kam (später, von 1994 bis 2010, war er Rektor der Realschule Wildeshausen). „Von Beginn an prägte Steffen das kulturelle Leben in Harpstedt“, bescheinigte Voß.

Zum Beispiel im Gemischten Chor, der damals einen Dirigenten suchte – und ihn in Akkermann fand. So habe für den Neu-Harpstedter „der Freizeitschwund“ angefangen, flachste Voß. Weitere Stationen seines Einsatzes: Seit 1968 zählte er zu den Motoren bei der Gemeindepartnerschaft mit Loué, seit 40 Jahren ist er ehrenamtlicher Orchesterleiter der Harpstedter Prager, seit 43 Jahren mischt er (als FDP-Mitglied) in der Kommunalpolitik mit und seit 20 Jahren im Elferrat, dem Festausschuss der Samtgemeinde. Darüber hinaus wirkt er zum Beispiel im Posaunenchor, im Kulturbeirat, in der Flüchtlingsinitiative, im Veranstaltungskreis der Kirche oder im Deutsch-Französischen Jugendwerk mit oder unterrichtet täglich Bläser unentgeltlich in der Delmeschule, wie Annelen Voß auflistete.

Durch seinen Einsatz habe das kulturelle Leben in Harpstedt „eine so große Bereicherung erfahren“, so das Fazit der Sozialpädagogin und Mitarbeiterin der Harpstedter Jugendpflege. Er habe es geschafft, vielfältige Menschen zu einem „starken Miteinander“ zu bewegen. Und, an den Geehrten gewandt: „Es macht Spaß, mit dir zusammenzuarbeiten.“

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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