Großenkneten Eine musikalische Lesung der launigen Art hat es am Freitagabend im Markt 6 gegeben. Der Grund: Die Tüdelboys waren nach Großenkneten gekommen und hatten ihr Programm „Getüdelt – nicht geschüttelt“ im Gepäck. Um die 50 Zuschauer hatten sich auf Einladung des Vereins für Musik und Kunst (MuK) Großenkneten in der Partyscheune eingefunden und freuten sich auf den Auftritt der drei Hamburger Jungs. Die Tüdelboys – das sind Jürgen Rau, Konrad Lorenz und „Goofy“ Jürgen Frese – gelten als älteste Boygroup Norddeutschlands.

Warum Tüdelboys? „Rau tüdelt rum, er tüdelt uns voll“, nahm Lorenz mit einem Lächeln Bezug auf dessen Geschichtenerzählen während des Auftritts. Seit sechs Jahren touren die drei mit ihrem Programm durch Norddeutschland, um die 300 Auftritte haben sie absolviert. „Man muss gut befreundet sein und sich verstehen“, erklärte Rau. Das Programm habe sich entwickelt und sei bei jedem Auftritt ein bisschen anders – spontan kämen neue Lieder oder Texte hinzu.

Dass die drei Musiker gerne mit ihrem Publikum interagieren, zeigten sie schon zu Beginn. Bei ihrem ersten vorgetragenen Lied liefen sie durch die Reihen und animierten zum Mitsingen und -klatschen, ehe sie dann auf der Bühne Platz nahmen. Sie präsentierten ein abwechslungsreiches Programm aus Döntjes, Liedern und Texten.

Jürgen Rau hatte sich intensiv mit der Musikgeschichte von Hamburg beschäftigt und nahm die Anwesenden auf eine Reise durch die Jahrzehnte mit – angefangen in den 50er-Jahren. Bei einem kleinen Musik-Quiz verteilte er für richtige Antworten Hustenbonbons an das Publikum.

Dazu las Konrad Lorenz Passagen aus seinem Buch „Rohrkrepierer“, das sich mit seiner Kindheit auf St. Pauli in der Nachkriegszeit beschäftigt. Um den Tanzstil „Gammler“ anschaulich zu demonstrieren, suchte sich Lorenz spontan Hilfe im Publikum. Auch eine frivole Geschichte hatte er auf Lager, die für viel Heiterkeit sorgte.

Zwischendurch spielten die Tüdelboys bekannte Melodien zum Erinnern und Mitsingen. Das Repertoire umfasste deutsche und englische Lieder diverser Musikrichtungen: „Schön war die Zeit“, „Icecream“, „Junge Leute brauchen Liebe“, „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, „A Wonderful World“, „Hamburger Deern“ oder auch „Mief!“ waren darunter. Das Publikum klatschte und sang begeistert mit und spendete den Musikern viel und langanhaltenden Applaus.

Eine kleine Überraschung hatten die Tüdelboys parat: Jürgen Rau hatte einst im Gasthof Kempermann die Band „Trio“ spontan unter Vertrag genommen. Rau erzählte von der Geschichte der Band, ihren Erfolgen und dem Werdegang der Mitglieder – und richtete auch einen lieben Gruß von Stephan Remmler aus. Die Tüdelboys stimmten den Hit „Da da da“ an, bei dem die Anwesenden fleißig mit einstimmten.

Zum Schluss wurden Zugabe-Rufe laut, denen die Tüdelboys mit „Aloha Heja He“ und „Volle Granate Renate“ gerne folgten. „Es gibt nur drei Sorten Menschen: Großenkneter, Hamburger und solche, die es gerne wären“ verabschiedeten sich die Musiker mit einem Augenzwinkern.

Neele Körner Redakteurin / Kanalmanagement
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