Großenkneten Wer 125 Jahre alt wird, hat Grund zu feiern. Freilich leben dann die Urväter nicht mehr, aber die Nachkommen pflegen die Vereinsgeschichte. So auch beim Männergesangverein „Hat Mann Töne“ mit heutigem Namen oder als MGV „Liederkranz“ Großenkneten, wie die quirlige Männertruppe um den wortgewandten Vorsitzenden Peter Schürmann einst hieß.

Lustige Gesellschaft

„Lasst uns heute Abend eine lustige Gesellschaft sein, mit Freude und Spaß an dem, was uns hier geboten wird“, rief Schürmann in seiner Begrüßung in den nahezu voll besetzten Saal bei Kempermann in Großenkneten in die Runde von Sängerfreunden. „Wenn man so viel Aufmerksamkeit erfährt, sollte man dankbar sein. Wir sind sogar sehr dankbar. Auch, dass wir es geschafft haben, ein solch großartiges Fest auf die Beine zu stellen.“ Aber nicht das Schnacken, eine Lieblingsdomäne Schürmanns, stand im Vordergrund an diesem Abend, sondern die Musik. Musik, wie sie sich im Laufe entwickelt hat.

Etwas Sketch, bewegte Bilder auf der Leinwand, Infos aus der guten alten Zeit im Multimediaformat und vor allem gute Laune gehörten neben der Musik zum rund dreistündigen Programm. Auch der Aufritt von Bernhard Kempermann und Peter Schürmann, die nach und nach die Sangesbrüder auf der Bühne begrüßten, die einen gewagten Beschluss fassen wollten, nämlich 1893 einen Männergesangverein zu gründen.

Verrat und Aufwiegelei vermutete der damalige Bürgermeister, gespielt vom heutigen echten Bürgermeistervertreter, Hartmut Giese. Mit Frack und Zylinder versuchte er das Begehren zu verhindern, aber mit ausreichend Schluck – auch wenn es nur Wasser war, was Peter Schürmann monierte – sich dann doch überzeugen ließ. Auch Dirigent Lothar Schmincke zeigte sich überzeugt. „Wir gründen den Männerchor.“

Torsten Dreesmann moderierte gekonnt durch die Jahre. Mit scharfer Zunge und doppeldeutiger Wortwahl hat er die Jahrzehnte im Griff und leitete geschickt zu den einzelnen Programmpunkten über.

„Auftritt der Salonlöwen“

Dazu gehörte der Auftritt der „Salonlöwen“. Thilo Allegro (Gesang), Ralph Hensel (Saxofon), Werner Schwarz (Akkordeon) und Axel Draeger (Kontrabass) hatten die Stücke der 20er-Jahre auf der Zunge und in den Fingern. Die Zeit der Salons und Cafés lebte auf. Lieder wie „Der kleine grüne Kaktus“ oder „In einer kleinen Konditorei“ durften nicht fehlen, die Texte hatten die Sangeserprobten schnell auf den Lippen.

Nach der Pause blieb kaum ein Auge trocken, als die „Sahneschnitten“ (Sonja Grotelüschen-Tschorr, Regina Schneider und Gesa Wichmann) die Bühnenbretter in Besitz nahmen. Lieder aus den 50er- und 60er-Jahren hatten sie zur Jubelfeier mitgebracht. „Ein kleiner Italiener“, „Schuld war nur der Bossa Nova“ und der Dauerbrenner „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini“ hinterließen ihren Erinnerungseffekt zur Freude aller.

Gunda Dreesmann, Frontfrau der ehemaligen Gruppe „Face to Face“, brachte die Hits der 70er-und 80er-Jahre wieder in Erinnerung. Mit einem Marianne-Rosenberg-Medley, den Abba-Hits bis hin zu Nenas 99 Luftballons hatte die Sängerin die Zuhörer schnell auf ihrer Seite.

Wogen der Erinnerung und Freude machten sich Luft. Natürlich setzten die Gastgeber in ihrem neuesten Dress dem musikalischen Geschehen zum Abschluss die Krone auf. Am Ende ein gelungener Kommersabend zum 106. Bundessängerfest des Sängerbundes Concordia und eine tolle 125-Jahr-Feier des MGV „Hat Mann Töne“.

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