Ganderkesee „Wer immer schon gerne singt, möchte das jetzt natürlich auch tun“, sagt Magda Schütte. Die langjährige Leiterin des Landfrauenchors Ganderkesee hat ihr Leben lang gern gesungen – zurzeit jedoch kann sie es nur sehr eingeschränkt. Aber immerhin: Während in anderen Singgemeinschaften wegen der Corona-Beschränkungen der Übungsbetrieb komplett ruht, wird im Landfrauenchor schon wieder geprobt.

„Unsere Chorleiterin gibt sich wirklich sehr viel Mühe“, zollt Magda Schütte großes Lob an Anke Cordes. Die Gesangspädagogin, die den Chor seit Ende 2018 leitet, versorgt die Sängerinnen mit Videos, auf denen sie die neu einzustudierenden Lieder für jede Stimme vorsingt. „Damit kann man sehr gut üben“, findet Magda Schütte. „Und wenn wir dann wieder mit den Proben anfangen, können wir darauf aufbauen.“

Dass sie in nächster Zeit wieder zu Proben zusammenkommen können, sehen die Landfrauen aber noch nicht: „Wir sind 40 Sängerinnen, die sich im Gemeindehaus in Bookholzberg treffen“, erklärt Magda Schütte und fragt: „Wie sollen wir uns da verteilen?“

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Friedemann Jaenicke hat für seinen Gospelchor „Together in Unity“ eine Lösung gefunden: „Wir machen jetzt Zweier-Proben“, sagt der Musiklehrer, „immer ein Chormitglied und ich.“ 30 Minuten übt er jeweils mit den Sängerinnen und Sängern – „vier Leute in zwei Stunden“, so Jaenicke. Zur Vorbereitung sendet auch er Videos an die Chormitglieder, die Noten gibt es als PDF oder MP3-Dateien ebenfalls online. „So kommen alle gut vorbereitet zur Probe“, stellt der Chorleiter fest.

Jaenicke leitet aber noch eine zweite Singgruppe in Bookholzberg, den Chor Tonika. Der hat die Proben ganz eingestellt und will erst im August wieder mit dem Singen beginnen. „Ich kann das gut verstehen“, sagt der Leiter, „niemand möchte ein Risiko eingehen“.

Und Vorsicht ist angeraten für Chöre: Deren Mitglieder sind meistens schon älter, gehören also zur Corona-Risikogruppe. Und beim Singen, das ist erwiesen, werden besonders viele Lufttröpfchen freigesetzt, mit denen sich das Virus verbreiten kann. Das hat auch den Gemischten Chor Falkenburg veranlasst, auf das gemeinsame Singen bis auf Weiteres zu verzichten. „Die Mitglieder akzeptieren das“, weiß Vorsitzende Meike Ahlers, „sie wollen sich und ihre Angehörigen schützen.“ Da die Falkenburger Sängerinnen und Sänger laut Ahlers auch „nicht so die digitalen Möglichkeiten haben“, ruht der Übungsbetrieb völlig. Ahlers hofft, dass es im zweiten Halbjahr wieder los gehen könnte, ist aber skeptisch, ob das klappt.

Friedemann Jaenicke gelingt es unterdessen, der Situation auch Positives abzugewinnen: „Ich kann mich individuell um jedes Chormitglied kümmern“, beschreibt er den Vorteil seiner Zweier-Proben. „Aber der gesellige und gesellschaftliche Aspekt des Singens fällt weg.“ Das vermisst nicht nur er schmerzlich.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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