Ganderkesee Gut drei Jahre ist es her, sagt Bärbel Woitas, „da hat es angefangen, bei mir zu kribbeln“ – weil es aufgehört hatte, bei ihr zu krabbeln. Zuerst seien es die Blattläuse gewesen, die sie sonst immer im Frühjahr in ihrem Garten gesehen habe: „Die waren plötzlich weg.“ Da wurde ihr zunehmend bewusst, dass sich in der Natur etwas ganz entscheidend verändert.

Seitdem lässt das Thema Insekten die Ganderkeseer Künstlerin nicht mehr los: In vielen Variationen hat sie große und kleine Krabbler und Flügler mit den unterschiedlichsten Techniken und in großen wie kleinen Formaten auf Leinwand und andere Untergründe gebannt. Die so entstandenen Werke – überwiegend aus jüngster Zeit, das letzte ist erst am vergangenen Sonntag fertig geworden – sind ab diesem Freitag, 2. August, im Kulturhaus Müller, Ring 24 in Ganderkesee, zu sehen. „Was hast Du für einen altmodischen Garten!“ ist der Titel der Ausstellung, die bis zum 13. Oktober läuft.

Die Finissage wird Dr. Wiebke Steinmetz schon nicht mehr miterleben: Die Leiterin des Kulturhauses Müller scheidet Ende August aus, um in Bielefeld eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. „Für mich schließt sich ein Kreis“, sagte Steinmetz am Dienstag bei der Vorstellung ihrer letzten Ausstellung in Ganderkesee. Als sie 2014 hier anfing, habe Bärbel Woitas gerade bei der VHS im Alten Rathaus Werke präsentiert. „Damals habe ich schon gedacht: Das sind tolle Bilder, diese Künstlerin würde ich gern einmal im Haus Müller haben.“ Das ist ihr nun auf den letzten Drücker noch gelungen.

Vernissage mit Musik und Kinderfest im Kulturhaus

Die Ausstellung mit Malerei von Bärbel Woitas wird am Freitag, 2. August, um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Die Einführung nimmt Dr. Wiebke Steinmetz vor. Es spielt das Tuka-Trio mit Jürgen Woitas (Trompete), Manfred Lattka (Saxophon) und Peter Johnsen (Banjo/Gitarre).

Bis zum 13. Oktober ist die Ausstellung immer montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 25. August, um 15 Uhr findet eine Führung mit der Künstlerin statt. Der Eintritt ist frei.

Beim Kinderfest im Haus Müller an diesem Sonnabend, 3. August, steht die Ausstellung ebenfalls im Blickpunkt. Mitmachen können Mädchen und Jungen zwischen sechs und 14 Jahren. Der Eintritt ist frei, um eine Anmeldung unter Telefon   04222/80 65 50 wird gebeten.

Auch Bärbel Woitas wollte schon seit Jahren im Haus Müller ausstellen. Umso mehr freut sie sich, dass dies nun mit einem Thema gelungen ist, das ihr sehr am Herzen liegt. „Es ist so schlimm, was man der Natur antut“, beklagte sie am Dienstag. Ihre Werkschau im Haus Müller möchte sie als Kampfansage an die Tristesse der Schottergärten verstanden wissen.

„Bärbel Woitas pendelt zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit“, erklärte dazu die gelernte Kunsthistorikerin Steinmetz. So stelle auch der Titel der Ausstellung eine Abstrahierung dar, denn die Motive und Ideen sind keineswegs unmittelbar dem Garten der Künstlerin entsprungen – aber sie könnten dort entstanden sein, denn Bärbel Woitas hat hinter ihrem Haus in Ganderkesee einen „altmodischen“, naturnahen Garten. „Ich verwende kein Gift, seit 29 Jahren“, sagte sie. Solange schon lebt die 1939 in Pommern geborene Künstlerin in Ganderkesee, gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen, der bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend nicht nur als Gast dabei ist, sondern ebenso als Akteur: Zur Vernissage steuert das Tuka-Trio, in dem Jürgen Woitas die Trompete spielt, den musikalischen Part bei.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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