Ganderkesee Das Foto, auf dem Aeham Ahmad inmitten einer Trümmerwüste am Klavier sitzt, ging um die Welt. Über soziale Netzwerke und Youtube wurde der Pianist aus Syrien weltweit bekannt. Am Sonnabend, 11. Januar, gibt der Musiker um 17 Uhr ein Konzert im Lichthof des Ganderkeseer Rathauses.

„Er ist ein besonderer Pianist“, sagt Astrid Fuchs von der Bürgerstiftung Ganderkesee. Aeham Ahmad spielte Klavier, als sein Stadtteil zu Beginn des syrischen Bürgerkriegs von den Truppen Assads und islamistischen Terroristen umkämpft wurde. Das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk, in dem er lebte, sei abgeriegelt worden, berichtet Astrid Fuchs. „Als alles so schrecklich war, hat er sein Klavier auf die Straße gestellt und gespielt.“ Kinder seien gekommen und hätten sich zu ihm gestellt. „Er hat mit ihnen Lieder gesungen.“

Zwar habe es sich um arabische Texte, aber um Musik im westlichen Sinne gehandelt. Das sei ein Affront gegen die Islamisten gewesen, berichtet Astrid Fuchs. „Sie haben sein Klavier verbrannt.“ Ein kleines Mädchen sei getötet worden. Aeham Ahmad habe Verletzungen an zwei Fingern erlitten und für kurze Zeit im Gefängnis gesessen.

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Deshalb entschloss sich der ausgebildete Musiker, der in Syrien als Musiklehrer gearbeitet hatte, zur Flucht. „Er kam 2015 auf der Balkanroute nach Deutschland“, sagt Astrid Fuchs. Inzwischen lebt der Pianist als anerkannter Flüchtling mit seiner Familie in Wiesbaden. „Er gibt in ganz Europa Konzerte und verdient damit sein Geld.“ Seine Mission sei, etwas für Frieden, Freiheit und Hoffnung zu bewirken.

Für das Konzert in Ganderkesee planen Bürgerstiftung, Arbeitskreis Flüchtlinge und der Flüchtlingssozialdienst der Diakonie ein besonderes Rahmenprogramm. Sandra Baba, Sozialarbeiterin bei der Diakonie, kommt mit einer Gruppe von Flüchtlingen. In der Pause wollen sie mit den Besuchern ins Gespräch kommen. „Die Flüchtlinge, die seit drei oder vier Jahren hier in Ganderkesee leben, haben Ähnliches erlebt wie der Musiker“, erläutert Baba. In Syrien hätten sie Häuser und gute Berufe gehabt, ergänzte Astrid Fuchs. Hierher seien sie mit nichts gekommen. „Ich finde wichtig, dass man etwas von ihrer Kultur zeigt.“

Helfer aus dem Arbeitskreis Flüchtlinge wollen für den Konzertabend kleine orientalische Leckerbissen vorbereiten: „Damit man das Arabische auf der Zunge spürt“, sagt Monika Kurzawski.

Karten für das Konzert mit klassischer Musik und orientalischen Liedern gibt es für 10 Euro bei der regioVHS, Telefon   04222/4 44 44. An der Abendkasse beträgt der Eintritt 12,50 Euro.


Eine ZDF-Dokumentation über Aeham Ahmad gibt es unter   https://www.youtube.com/watch?v=ifsgqeaiiyc 
Antje Rickmeier Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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