Ganderkesee Als „ein Jahr des Rückenwinds“ beschreibt Kreiskantor Thorsten Ahlrichs in seiner Rückschau das Schnitger-Jahr 2019. Anlässlich des 300. Todestages des berühmten Orgelbauers aus der Wesermarsch hatten landesweit Konzerte und andere Veranstaltungen auch die Arp-Schnitger-Orgeln, darunter die in der Ganderkeseer Kirche St. Cyprian und Cornelius, in den Fokus gerückt.

„Wir hatten durchweg gute Besucherzahlen, zufriedene Konzerthörer – Gäste, die auch von weiter her zu uns gekommen sind – und konnten große Veranstaltungen mit hoher Qualität durchführen“, sagt Ahlrichs in seiner Jahresbilanz. 26 Konzerte an der Schnitger-Orgel und 18 Orgelführungen fanden in Ganderkesee statt – darunter das Konzert, mit dem im März das niedersächsische Orgeljahr eröffnet wurde. Neben hochkarätigen Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft hatten sich auch viele interessierte Bürger aus dem Oldenburger Land eingefunden.

Konzert am Montag: Die Weihnachtsgeschichte neu aufgelegt

Eine Abendmusik zum Christfest rückt zum Abschluss des Schnitger-Jahres an diesem Montag, 30. Dezember, noch einmal die berühmte Orgel der Ganderkeseer Kirche St. Cyprian und Cornelius in den Mittelpunkt: Ab 18 Uhr wird Kreiskantor und Organist Thorsten Ahlrichs ein Konzertprogramm präsentieren, das sich sich inhaltlich an der Weihnachtsgeschichte orientiert.

Eigens für das Konzert hat Ahlrichs eine eigene Fassung der Weihnachtsgeschichte verfasst, die zwischen den Stücken von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Johann Praetorius und Johann Gottfried Walther gelesen wird. „Die Sprache ist bewusst einfach, schlicht und in kurzen – fast andeutungshaften – Sätzen gehalten. So können bei den Zuhörern eigene, neue Bilder entstehen und die Menschen erleben die ja so bekannte Geschichte nochmal anders“, verrät der Organist vorab.

Neben den bekannten Komponisten der Zeit hat Ahlrichs Werke ausgesucht, die das Publikum auf einer 320 Jahre alten Orgel nicht unbedingt erwarten würde, die aber gut auf einem alten Instrument klingen und das Konzert beleben werden. Spielen wird Ahlrichs auch ein Werk seines ersten Orgelprofessors Andreas Rondthaler. Altbekannte Klänge mischen sich mit neuen Bearbeitungen bekannter Weihnachtslieder, festliches Orgelbrausen steht leisen Tönen gegenüber.

Die Rezitation der Weihnachtsgeschichte übernimmt der Schauspieler Christian Bormann (Dötlingen). Programm und Eintritt kosten 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) an der Abendkasse.

779 Zuhörer lockten die 30-Minuten-Konzerte an der Schnitger-Orgel in diesem Jahr in die Kirche. „Seit fünf Jahren läuft diese Reihe nun und wir haben jedes Jahr mehr Besucher und Besucherinnen“, freut sich Ahlrichs.

Als sein „persönliches Highlight“ bezeichnet der Kreiskantor indes die Meisterkonzerte im Sommer. Professorinnen und Professoren aus Dänemark, den Niederlanden, Hamburg und Polen spielten in Ganderkesee und sorgten durchweg für eine volle Kirche. „Wir konnten auch beobachten, dass sich neue Menschen zu uns auf den Weg gemacht haben. Natürlich wäre wünschenswert, so auch in Zukunft auf deren persönlichen Konzert-Besuchs-Agenda einen Platz einzunehmen.“

Neuland im Gebiet der oldenburgischen Kirche beschritten wurde mit einem Meisterkurs im Mai: In dem zweitägigen Kurs haben sechs Organisten aus der Region, aus Wuppertal und Amerika zusammen mit Léon Berben (Köln) und Thorsten Ahlrichs an den Orgeln in Ganderkesee und Wiefelstede gearbeitet. Im neuen Jahr werde der Kurs an drei Tagen an verschiedenen bedeutenden alten Orgeln der oldenburgischen Landeskirche stattfinden, kündigt Ahlrichs an. „Wir haben uns entschieden, den Kurs um einen Tag zu verlängern. Neu wird ebenso sein, dass an dem jeweiligen Kursort ein Dozentenkonzert und zum Abschluss bei uns in Ganderkesee ein Konzert der Teilnehmer stattfinden wird.“

Auch einen Ausblick auf das Jahr 2020 gibt Thorsten Ahlrichs. Viele der etablierten Formate blieben und seien bereits gebucht – 30-Minuten-Konzerte, einige „Stunden der Orgel“, der Meisterkurs im Juni und diverse Orgelführungen.

Ahlrichs berichtet zudem über ein großes mediales Interesse an der Orgel: Sie sei ein „vielfotografiertes und weitveröffentlichtes Motiv“ gewesen. „Ich freue mich sehr, wenn die Arbeit wahrgenommen wird und sie die Menschen erreicht und anspricht.“ Auch über das Jubiläumsjahr hinaus sei er hochmotiviert. „Außerdem reichen die Ideen noch für viele Jahre“, ergänzt er. „Und diese Orgel ist es wirklich wert!“

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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