Ganderkesee „Equo Animo – Der Geist des Pferdes“: Den Titel der neuen Ausstellung im Kulturhaus Müller „würde uns jeder Lateiner um die Ohren hauen“, räumt Dr. Wiebke Steinmetz ein. Denn richtig müsste es „Equi Animo“ heißen. Ein kleiner Grammatikfehler bei der Titelsuche, den Steinmetz („mein Latinum liegt schon eine Weile zurück“) aber selbstbewusst stehen ließ – „als eine Art künstlerische Verfremdung“. Und schließlich sollen die Arbeiten der Fotografin Wiebke Haas nicht zuerst den Lateinern gefallen. Sondern vielmehr den zahlreichen Pferdefreunden in und um Ganderkesee.

Nach der Eröffnung eine Kinderführung

Die Ausstellung mit insgesamt 26 Pferdefotografien von Wiebke Haas wird an diesem Freitag, 26. Oktober, um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 27. Januar im Kulturhaus Müller, Ring 24 in Ganderkesee, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie montags, dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Eine Kinderführung findet am Sonnabend, 27. Oktober, von 15 bis 17 Uhr statt. Mädchen und Jungen zwischen sechs und 14 Jahren schauen sich die Ausstellung zusammen mit Jennifer Gätjen und Dr. Wiebke Steinmetz an. Anschließend können sie selbst Pferdebilder malen. Der Eintritt kostet 2 Euro. Anmeldungen sind noch möglich unter Telefon   04222-/80 65 50 oder

    www.kulturhaus-mueller.de

Es gibt einige gute Pferdefotografen in der Region, aber Steinmetz ging es bei der Suche für die letzte Ausstellung des Jahres im Haus Müller vor allem um „die künstlerische Position“. Und als sie in Worpswede Aufnahmen von Wiebke Haas sah, wusste die Kulturbeauftragte der regioVHS: Das ist es!

Obwohl erst 27 Jahre alt, hat Haas professionell wie künstlerisch schon einen beachtlichen Weg zurückgelegt. Seit 2012 arbeitet sie als selbstständige Fotografin und hat sich auf Tiere, besonders Pferde, spezialisiert. Diese Leidenschaft ist für die junge Frau, die in der Nähe von Wismar auf dem Lande lebt, nicht nur künstlerische Ausdrucksform, sondern auch wirtschaftliches Standbein. Neben dem Verkauf ihrer Fotos übernimmt sie im Studio, in Reithallen oder auf Pferdehöfen Auftragsarbeiten, sie reist Wildpferden hinterher, um sie zu fotografieren, und veröffentlicht Ratgeber über die besonderen Herausforderungen der Tierfotografie. Zahlreiche Auszeichnungen belegen Wiebke Haas’ fachliche und künstlerische Qualität, darunter ein dritter Platz bei den Sony World Photography Awards in der Kategorie „Natural World Wildlife“.

„Die machtvolle Wirkung, die Pferde haben“, so Steinmetz, komme in den Aufnahmen zum Ausdruck. Dafür scheut die Fotografin auch nicht vor Verfremdungen zurück und bearbeitet die Bilder nach. Steinmetz: „Manchmal fotografiert sie ein Tier, so wie es ist – manchmal so, wie sie es sehen möchte.“ Aber immer gehe es der Fotografin um den besonderen Ausdruck des Tieres. Den Augenblick einzufangen, in dem dieser zum Vorschein kommt, sei die Kunst.

Mit der Ausstellung „Equo Animo“ schließt das Kulturhaus Müller das Thema zeitgenössische Fotografie vorerst ab. Nach einer eher historisch orientierten Position (Christine Henke), der Reportagefotografie von Janina Rahn und dem dezidiert künstlerischen Blick von Gees­ke Janßen setzen die Tierfotografien von Wiebke Haas abermals einen Kontrapunkt. Die Künstlerin konnte zum Pressetermin am Dienstag nicht kommen, wird aber bei der Vernissage am Freitag, 26. Oktober, ab 19 Uhr im Haus Müller anwesend sein.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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