Ganderkesee Perfektion und Reproduzierbarkeit, wie sie heute in der Digitalfotografie angestrebt werden, sind genau das, was Christine Henke nicht möchte: Die in Bremen tätige Fotografin (geboren 1962, aufgewachsen im Allgäu) experimentiert lieber mit alten, analogen Techniken. Anstelle moderner Kameras mit Autofokus setzt sie Loch- und Polaroid-Kameras ein und experimentiert mit historischer Fotografie-Technik.

Am Freitag, 16. Februar, wird um 19 Uhr im Kulturhaus Müller Christine Henkes Ausstellung „Blick zurück in die Zukunft“ eröffnet. Bis zum 8. April sind die Porträts, Landschaftsaufnahmen und Stillleben der Diplom-Fotodesignerin zu sehen. Anschließend folgen bis zum Jahresende drei weitere Fotografie-Ausstellungen mit jeweils ganz unterschiedlichen Ansätzen (Dokumentationsfotografie, inszenierte Fotografie und Tierfotografie).

Christine Henke indes widmet sich zum Auftakt der experimentellen Fotografie mit historischer Technik. Bei ihrer Serie „Wandel“ bedient sie sich einer Technik, die sich zurück begibt zu den Anfängen der Fotografie: Zu sehen sind Heranwachsende, deren Porträts im so genannten nassen Kollodium-Verfahren mit langen Belichtungszeiten auf schwarzem Glas („wet plates“) festgehalten wurden. „Jedes Bild ist ein absolutes Unikat – wenn die Platte zerbricht, existiert das Bild nicht mehr“, erklärt die Künstlerin.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sind Landschaftsfotografien, die mit der Lochkamera in Langzeitbelichtung entstanden sind. Die Aufnahmen sind in einer innovativen Präsentationsform als hochwertige Drucke sehr effektvoll direkt auf den Wandflächen des Kulturhauses positioniert. Auf Bildbearbeitung verzichtet die Fotografin fast vollständig.

Ergänzt wird die Ausstellung, die von der EWE-Stiftung und der Achimer Tischlerei Meier unterstützt wird, durch kleinformatige Polaroids, die Christine Henke überwiegend in Dänemark aufgenommen hat. Auch die Polaroid-Fotografie zählt inzwischen zu den historischen Techniken. Ihr Reiz liegt für die Künstlerin in der Optik in Kombination mit einer vergänglichen Materialität.

Bereits als 14-Jährige ist Christine Henke über einen Fotokurs an der Volkshochschule erstmals mit der Fotografie in Kontakt gekommen. Schon damals wuchs in ihr der Wunsch, eines Tages Fotografin zu werden. 1992 schloss sie ihr Studium an der Fachhochschule Hamburg mit dem Diplom Kommunikationsdesign ab. Sie beteiligt sich regelmäßig an Ausstellungen – unter anderem im Palazzo Venezia in Rom, bei der Photokina in Köln sowie in Museen und Ausstellungshäusern im Nordwesten.

Als Ergänzung zur Ausstellung wird im Kulturhaus eine private Fotokamera-Ausstellung mit hochwertigen Kameras gezeigt. Geöffnet ist sie sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie bei Veranstaltungen der regioVHS. Der Eintritt ist frei.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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