Ganderkesee Klaus Handke ist als Landschaftsökologe in der ganzen Welt herumgekommen, hat unzählige Tier- und Pflanzenarten gesehen, exotische wie profane, aber jetzt gewinnt der Ganderkeseer praktisch vor der eigenen Haustür noch einmal ganz neue und höchst interessante Erkenntnisse: „Das ist total spannend“, sagt Handke über das Projekt „Bienenglück“, das er mit dem Landwirt Onno Osterloh und dem Imker Franz Winzinger am Donnermoor im Süden Ganderkesees auf die Beine gestellt hat.

„Ganderkesee blüht was“, hatte das Trio schon im April bei der Vorstellung der Aktion angekündigt – und das ist jetzt eingetreten: Die Blumen- und Kräuterarten, die mit der Unterstützung zahlreicher Paten und Sponsoren auf 3,5 Hektar angesät wurden, stehen in voller Blüte und haben schon unzählige Insekten und weitere Tierarten angelockt. „Wie das summt und brummt“, schwärmt Handke am Freitagnachmittag beim Gang über das Feld mit Mitgliedern des Rotary-Clubs Ganderkesee, der sich ebenfalls mit 1000 Euro an dem Projekt beteiligt. Das Geld sei bei mehreren „Charity-Diner“ von Rotary-Mitglied Heike Lompe gesammelt worden, berichtet Club-Präsidentin Marina Becker-Kückens, die sich freut, dass die Rotarier nach verschiedenen sozialen Projekten nun eine ökologische Aktion fördern können.

Für Klaus Handke ist „jetzt der ideale Zeitpunkt, um zu zeigen, was sich hier entwickelt.“ Und dabei geht es nicht nur um Pflanzen und Insekten: So ist der Neuntöter – eine Vogelart, von der es in der ganzen Gemeinde bisher nur zehn Paare gab – mit etlichen Exemplaren auf der Blumenwiese angekommen. „Der ernährt sich von Großinsekten“, erklärt Handke, „und findet hier ideale Bedingungen vor.“ Tausende Hummeln schwirren über dem Blütenmeer, sie haben sich Nester im Totholz sowie den Sand- und Steinhaufen am Rande des Feldes gebaut. Verschiedene Heuschrecken fliegen umher, eine besonders große, ein sogenanntes „Grünes Heupferd“, hat Handke mit dem Kescher gefangen und zeigt es in einer Röhre herum. Und Schmetterlingsarten sieht der Experte am Donnermoor, die bisher so gut wie gar nicht in der Region vorkommen, Ochsenauge und Distelfalter etwa. Und sogar der Postillon: „Der erste, den ich hier überhaupt sehe“, nimmt Handke den orangefarbenen Falter erstaunt zur Kenntnis. Der ist eigentlich im Mittelmeerraum heimisch.

Neue Erfahrungen und wertvolle Erkenntnisse liefert das Projekt „Bienenglück“ zuhauf: dass zum Beispiel Bienen besonders auf Boretsch fliegen und Koriander nur Wildbienen und Schwebfliegen schmeckt, während andere Arten einen großen Bogen darum machen. „Hier können wir sehen, welche Pflanze für welche Insektenart am besten geeignet ist“, sagt Handke, „und das über Jahre.“ Denn das Projekt Bienenglück ist auf mindestens fünf Jahre angelegt, weitere Paten und Sponsoren können sich jederzeit melden.


Anmeldungen unter   www.hof-osterloh.de 
Lesen Sie mehr im Spezial unter   www.nwzonline.de/insektenjahr 
Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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