WüSTING Hartmut Langetepe erklärt die Keplerschen Gesetze. Um die Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne zu zeigen, lässt der astronomisch versierte Lehrer über seinem Kopf eine Kugel an einem Band kreisen. „Bitte noch einmal!“, ruft Kameramann Maik Bläsche. Langetepe wiederholt die anschauliche Darstellung einmal, zweimal und noch einmal. „Wir drehen das länger, damit es hinterher kürzer wird – das sind die Fernsehgesetze“, witzelt Autorin Frigge Mehring.

Sie steht zusammen mit Hartmut Langetepe und Dr. Günter Alfs, den Initiatoren des Huder Planetenlehrpfades, in Wüsting beim Sonnenmodell an der Freiherr-von-Münnich-Straße. Die Regisseurin dreht mit ihrem Team, das durch Tontechniker Roland Fenselau komplettiert wird, im Auftrag der Produktionsfirma „TV plus“ einen Beitrag über den Planetenlehrpfad zwischen Hude und Wüsting. „TV plus“ erstellt für den NDR die Sendung „Bingo!“. Fördermittel dieser Umweltlotterie haben dazu beigetragen, die Einrichtung und spätere Instandsetzung des Lehrpfades zu finanzieren. In dem geplanten Beitrag, dessen Ausstrahlungstermin noch nicht feststeht, soll gezeigt werden, was aus den Zuschüssen geworden ist. „Ich habe sämtliche Projektanträge auf den Tisch bekommen. Mir war klar, dass der Planetenlehrpfad ein schönes Thema geben würde“, sagt Frigge Mehring.

Zumal Hartmut Langetepe und Günter Alfs es hervorragend verstehen, eine Vorstellung von den Größen und Entfernungen unseres Sonnensystems zu geben. Ihr Lehrpfad zeigt die Milchstraße im Maßstab 1:1 Milliarde. So sind originale sechs Milliarden Kilometer auf sechs Kilometer verkleinert.

Seit dem Bestehen der Ostern 1994 eingeweihten Einrichtung haben viele Gäste der Gemeinde Hude die Gelegenheit genutzt, um sich über die Geschichte der Erde sowie über die Planeten des Sonnensystems zu informieren – in den ersten Jahren waren es rund 50 000 Besucher gewesen. Mittlerweile machen Langetepe und Alfs nur noch selten Führungen. Für die Fernsehaufnahmen haben sie jedoch eine interessierte Radlergruppe um Hudes stellvertretenden Bürgermeister Peter Zwiener eingeladen.

Erster Drehort ist in Wüsting die Modellsonne, die sogar etwas mit Raumfahrt zu tun hat: Es handelt sich um einen Treibstofftank der Rakete Ariane 3 mit einem Durchmesser von 1,40 Metern. „Eigentlich hätten wir exakt 1,39 Meter gebraucht, aber die Abweichung haben wir billigend in Kauf genommen“, schmunzelt Günter Alfs.

Bevor die Radlergruppe sich zur nächsten Station aufmacht, muss Peter Zwiener für eine Nahaufnahme den Ständer seines Fahrrads einklappen. Einmal, zweimal – ein vorbeifahrender Zug stört die Aufnahme – dreimal. So sind eben die Fernsehgesetze.

Bronzeplatten geben Auskunft

Der Planetenlehrpfad beginnt in Hude beim Pluto an der Kreuzung Lehmweg/Ecke Hurreler Straße und endet in rund sechs Kilometern Entfernung bei der Sonne in Wüsting. Bei den einzelnen Stationen geben Bronzeplatten Auskunft zu den Planeten. Am „Demonstrationsplatz“ an der Ecke Linteler Straße/Lehmweg steht ein Schwerkraft-Modell. Dort kann an mehreren Eimern ausprobiert werden, wie unterschiedlich die Schwerkräfte auf den Planeten wirken. Zehn „Erdkilo“ wiegen etwa 26 Kilo auf dem Jupiter und entsprechen ganzen 1,6 Kilogramm auf dem Mond.

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