Wardenburg „Heut Mittag kommt die Bildzeitung: Der Reporter. Das Fotoshooting war schon. Aber davor hab’ ich Zeit.“ Enges Timing: Wenn Julia Heitzhausen nicht gerade Gehacktes abwiegt, Salami schneidet oder Würstchen kredenzt, serviert sie den Menschen ihr Talent: Singen.

Denn das soll jetzt zum Hauptberuf der Fleischereifachverkäuferin werden. Mit den richtigen Zutaten: Einer Demo-CD, Pressearbeit, Branchenkontakten – und Spontanität. „Das ist besonders wichtig“, sagt die Wardenburgerin. Bewiesen hat sie die schon: Beim Color Run – einer Großveranstaltung in Hannover, wo sich Menschen mit buntem Farbpulver bewerfen lassen. Die große Bühne des Messegeländes ist normalerweise für Moderation, satt Live-Musik gedacht. Normale Leute werden aber keine Stars. Darum hat die 24-Jährige gefragt: „Darf ich singen?“ Sie durfte. Rihanna. Eines von Julia Heitzhausens ganz großen Idolen: „Die macht alles richtig.“ Ihr Fan scheinbar auch, die 4000 feierfreudigen Menschen im Publikum haben sie gefeiert, wie einen Star.

„Julia singt gerne“, stand auf dem Zeugnis der Sechjährigen. „Schon immer“, sagt sie – „und überall.“ Im Auto, unter der Dusche, beim Putzen – am Wochenende in Karaokebars. Im Wardenburger „Big Ben“ gehört ihr das Mirko Sonnabendnacht für mindestens drei Auftritte. „Viele denken, dass ist Playback und sind dann total baff, wenn sie feststellen, das es meine echte Stimme ist.“

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Beeindruckt mit ihrem Talent hat Julia schon bei ihrem 18. Geburtstag: „Alle haben mich angekuckt, als ob sie mich das erste Mal sehen würden“, sagt sie.

Statt abzuheben, hat sie erstmal ganz bodenständig eine Ausbildung bei Meerpol in Oldenburg gemacht. „Fleischereifachverkäuferin ist nicht mein Traumberuf. Aber ich bin gerne mit Menschen zusammen und rede viel.“

Mittlerweile muss sie neben neben Bratwurst und Kaffee auch Autogramme austeilen – das war nach dem ersten Zeitungsartikel über sie. Auf den Bildschirm hat Julia es auch schon geschafft: Für ein Automagazin. „Man muss ja beweisen, dass man Kameratauglich ist“, sagt sie. Bei den Castingshows The Voice und Deutschland sucht den Superstar waren die Produzenten scheinbar nicht der Meinung: „Ich habe es nicht mal bis zu Dieter Bohlen geschafft. Aber die lassen sowieso nur die Bekloppten weiter.“

Mit dem Poptitan würde die Wardenburgerin dennoch zusammenarbeiten, lieber noch mit Rihannas Produzenten. Vielleicht klappt es auch mit jemanden Anders: „Lieder kann ich zwar schreiben, aber Noten sind nicht mein Ding. Da brauch’ die Hilfe von einem Komponisten“, sagt sie. Am schönsten klingt ihre Stimme bei Balladen. Auf der Demo-CD, die Julia gerade aufnimmt, sind aber auch rockige Nummern: „Um alle Facetten zu zeigen.“ Nur Schlager kommen nicht in Frage.

„Mein Lied im Radio zu hören – das wär’ ein Traum“, sagt die 24-Jährige, „dann hab’ ich’s echt geschafft.“ Für das Leben auf dem Roten Teppich würde sie auch abnehmen: Personaltrainer statt Schokolade. Denn: „Als Star muss man gut aussehen.“ In Wardenburg würde sie wohnen bleiben. Vielleicht ein Häuschen kaufen, vor dem keine Paparazzi lungern – „wobei die kein Problem wären“.

Und wenn das nichts wird mit der Starkarriere? „Dann ist das so. Man kann nichts erzwingen. Ich habe ja was gelernt. Und so lange ich weiter Karaoke singen kann, ist alles gut“, sagt Julia Heitzhausen und lächelt charmant. Wie ein Profi.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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