Hude „Die schwarze Kunst“, nannte Werner Ganteföhr zu seinen Lebzeiten das Erstellen seiner Radierungen. Die Ausstellung „Der Radierkittel“, die jetzt mit dutzenden Gästen in der Volksbank Hude-Ganderkesee an der Parkstraße eröffnet wurde, ist nach dem einzigen Ölgemälde der Ausstellung benannt. Vor allem noch nicht gezeigte Objekte sind zu sehen, hauptsächlich Aquarelle, Zeichnungen und eben auch Radierungen, zu denen wiederum das Ölgemälde hervorragend passt.

Überall schwelgten Besucher in Erinnerungen an den Künstler. Begegnungen, seine Kunst und sein besonderer Humor fanden Einzug in allerlei Gespräche. Auch Birgit Ganteföhr erzählte zur Eröffnung von der besonderen Art ihres Mannes. So habe ein Junge Werner Ganteföhr einmal beim Malen in der Natur angetroffen. Er habe wissen wollen, ob es schwierig sei, einen Baum zu malen. „Das ist ganz einfach, ich habe vorher einfach alle Blätter gezählt“, zitierte ihn seine Witwe und sorgte für Lacher.

Vor allem die vielen Anekdoten über den 2013 verstorbenen Künstler waren es, die die Gäste nicken, lachen oder ungläubig mit dem Kopf schütteln ließen. Etwa, dass Werner Ganteföhr auch im Konzert noch Musiker gezeichnet habe – seine Hände, den Eindruck gewann man, standen nie still.

Nach dem Besuch einer Ausstellung in Wien im Jahr 1978 sei Ganteföhr zu seiner bekannten Klarheit und Detailverliebtheit gekommen. Alles habe sich nach und nach ergeben: Erst Zeichnungen, dann Farbe, dann deutsche Motive, dann ganz Europa.

Deutlich gerührt dankte Birgit Ganteföhr den vielen Gästen, die zur Eröffnung gekommen waren, und Jürgen Kikker, Vorstandsmitglied der Volksbank Ganderkesee-Hude. „Die Ausstellung ist Eindrucksvoll und imposant. Man bekommt einen Eindruck von seinem Lebenswerk“, sagte Kikker in seiner Ansprache.

„Ich denke, es passiert zu schnell, dass nach dem Tod das Leben der anderen weiter geht und so ein genialer Künstler nicht mehr wahrgenommen wird“, sagte Peter Zwiener zur Ausstellung. Zusammen mit Marlies Pape und seiner Frau Birte hatte er den Anstoß zu dieser Ausstellung gegeben. So sollte der Hurreler Künstler wieder in das Bewusstsein der Menschen kommen. Der 4. Dezember sei auch der Barbara­tag, gewidmet der Schutzpatronin der Bergleute. Das hätte auch Ganteföhr als ehemaligem Bergmann gefallen.

„Wenn mein Mann auf anderen Ausstellungen war, lobte er immer, wie fleißig der andere Künstler war. Er hatte immer Angst, er könnte sich damit nicht messen“, sagte Birgit Ganteföhr. Diese Ausstellung mit all der künstlerischen Vielfalt zeige, was ihr Mann wirklich geleistet habe.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Januar zu sehen.

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.