Ganderkesee Das Arp-Schnitger-Festival am Sonntagabend in der Ganderkeseer St. Cyprian- und Corneliuskiche geriet zu einem Höhepunkt im Rahmen des Musikfestes Bremen. Das ist vor allem den italienischen Musikern zu verdanken, dem Organisten Luca Guglielmi und dem sechsköpfigen Gesangsensemle „La Compagnia del Madrigale“ mit zwei Sopranistinnen, zwei Tenören und jeweils einer Alt- und Bassstimme.

Zudem rankte sich das Programm um Claudio Monteverdi mit seinen Zeitgenossen wie Francesco Cavalli, Girolamo Frescobaldi, Andrea Gabrieli, Heinrich Schütz, Johann Jacob Frohberger, Franz Tunder und Heinrich Scheidemann. Einerseits waren die Komponisten des 16. und 17. Jahrhunderts darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt durch Kirchenmusik zu sichern, andererseits gelang bereits Monteverdi der Übergang von geistlicher zu weltlicher besinnlicher Musik. Verblüffendes Beispiel an diesem Konzertabend: „Pulchrae sunt genae tuae“ – da fehlte die Vorsilbe „be“ bei besinnlich! Die deutsche Übersetzung im Programmheft tat ein Übriges, sich kess in die „Cantiones Sacrae“ hineinzumogeln.

Deutsche Komponisten ließen sich in dieser Zeit wiederum von italienischer Musik beeinflussen. Damit entstand nach und nach die Annäherung zwischen sakraler und profaner Musik.

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Luca Guglielmi an der Arp-Schnittger-Orgel von 1699 kostete mit hörbarer Spielfreude seine Soli aus, bewahrte tiefe Ruhe bei drei Toccaten mit vielen Verzierungen, durchzog klare Linien bei einer Fuge und zeigte sich als dezenter Begleiter der Vokalformation, als diese in der zweiten Hälfte des Konzerts vom Altarraum auf die Empore wechselte. Bei „Alleluia“ durfte er befreit mitjubilieren.

Die A-cappella-Darbietungen der Sänger in der ersten Hälfte des Musikabends berührten durch zarteste Einsätze, lebhafte Crescendi und gehauchte Schlüsse. Es mag gut sein, dass „La Compagnia del Madrigale“ bei diesem Genre weltweit einzigartig dasteht.

Die abschließende Marienklage „Il pianto della Madonna“ ergriff in ihrer Intensität im voll besetzten Gotteshaus tief die Herzen und Seelen der Zuhörer, die mit stehenden Ovationen Zugaben sowohl vom Organisten als auch von den Sängern erheischten.

Das Konzert wurde vom Deutschlandfunk aufgezeichnet. Nach Angaben einer Sprecherin wird der Beitrag frühestens im November gesendet.

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