WARDENBURG WARDENBURG/FA - Sie brauchen keine Mikrofone oder gar Instrumente, um Säle zu füllen. Der Don-Kosaken-Chor Wanja Hlibka bot am Montagabend in Wardenburg, was Liebhaber dieser Gesangskunst so schätzen. In der Marienkirche hallten die viele Oktaven umfassenden Gesänge des 15-köpfigen Männerchores problemlos bis in die hinterste Bank.

Ganz in Schwarz gekleidet, mit stoischer Standfestigkeit, die Hände ruhig am Gürtel, sind die Kosaken so etwas wie ein Gegenentwurf zu den nervös zuckenden Boygroups der modernen Popwelt. Ihr im ersten Teil des Abends vorgetragenes sakrales Repertoire weckte bei vielen der 200 Zuhörer wahrscheinlich Assoziationen: an die scheinbar unendliche Weite russischer Landschaften und Menschen, deren Glauben den schweren Alltag ertragen hilft.

Nach dem „Credo“, der Vertonung des christlichen Glaubensbekenntnisses, beeindruckten der „Erste Psalm Davids“ mit seinen meditativen, tiefen Bassklängen und als Kontrapunkt die beinahe verspielt wirkende Interpretation der „Glocken von Jerusalem“, die die Sänger mit dem lautmalerischen „Dingdong“ schmückten. Bässe, die an ein Didgeridoo erinnerten, prägten das Stück „Herr, erbarme Dich unser“, vor der Pause folgte als weiterer Höhepunkt die Komposition „In der Kirche“, die dem Männerchor einen beeindruckenden Ritt durch mehrere Oktaven abverlangte.

Nach einer zehnminütigen Pause folgte eine bunte Mischung aus weltlichen Liedern, darunter die Don-Kosaken-Klassiker „Moskauer Nächte“ und „Eintönig klingt hell das Glöckchen“.

Es gibt einige Kosaken-Chöre die durch Europa touren. Der Don-Kosaken-Chor Wanja Hlibka betont deshalb in seiner Werbung stets die Nähe seiner Chortradition mit dem von Sergej Jaroff in den 30er- bis 60-er Jahre geleiteten „Original“. Überzeugender noch als viele Worte war die Gesangsleistung, die die 15 exzellenten Sänger in Wardenburg gaben.

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