GANDERKESEE Georg Philipp Telemanns Werke prägten den Abend. Die historischen Instrumente entfalteten einen besonderen Zauber.

Von Itte Jakob GANDERKESEE - Barockmusik vom Feinsten bot Il Bacio d'Amor, ein fünfköpfiges junges Musikerensemble mit Katrin Steinke (Blockflöte), Lenka Koubkowa (Barockvioline), Irene Klein (Viola da Gamba), Carsten Lorenz (Cembalo) und Väclav Luks (Cembalo) am Sonnabend beim 26. Ganderkeseer Rathauskonzert. Der Abend war fast ausschließlich G.P. Telemann gewidmet, einem Komponisten, der mehr Werke schuf als Bach unhd Händel zusammen. Seine Kompositionen auf perfektem, gefälligem Niveau, aber nie seicht, erfreuen bis heute aufs Angenehmste das Ohr.

Die jungen Künstler bewiesen auf ihren historischen Instrumenten ihre fundierte Spielfreude an Barockmusik! Dabei wechselten sich die Instrumente im musikalischen Dialog fantasievoll ab. Mal waren Viola da Gamba und Cembalo stimmführend, mal ergänzten sich Violine und Flöte im Wechsel, oder Flöte und Cembalo wetteiferten fugenartig miteinander. Besonders angenehm wurde in jeder Form des Zusammenspiels der warme Klang der Viola da Gamba zu den silbrigen Tönen der Cembali empfunden.

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Karin Steinke bewies auf ihrer Flöte ihr hohes musikalisches Können. Nie überfrachtete sie bei Stimmführung ihre Interpretation, und bei den erstaunlich schnell genommenen Menuetten bewies sie einmal mehr ihre Virtuosität.

Das galt auch für Lenka Koubkowa auf ihrer Barockvioline. Sie spielte so locker und leicht über die Saiten, dass es eine Freude war, ihr zuzuhören und zuzusehen. Die musikalischen Seufzer im Adagio der Sonate in d-moll gingen so richtig zu Herzen.

Ein Fels in der Brandung war Irene Klein mit ihrer Viola da Gamba. Ob als Begleitung oder solistisch – sie war immer präsent. Höhepunkt ihres Spiels war der solistische Mittelteil des Largos in G-Dur, wo sie jeden Ton und jede Pause intensiv auskostete und man eine Stecknadel zu Boden hätte fallen hören können.

Und dann die beiden Cembalisten: Carsten Lorenz wechselte sich mit Väclav Luks in der Stimmführung ab. Ob in Oktaven als hämmernder Bass oder im Dialog mit einem zweiten Soloinstrument – immer überzeugte er mit seiner Geläufigkeit und seinem hohen rhythmischen Empfinden. Das gleiche gilt für seinen Cembalo-Kollegen Väclav Luks. Die beiden Musiker hatten sich brüderlich die Parts geteilt, brachten dann aber zur Freude der Zuhörer ein Prüfungsstück für Mittelklasse (!) für zwei Cembali von Johann Mattheson, einem Hamburger, zu Gehör, das sie ganz sichersumma cum laude bestanden hätten.

Hatte bisweilen ein Zuhörer den Eindruck von Intonationsproblemen, so wurde er nach der Pause leicht schmunzelnd von Carsten Lorenz akustisch und theoretisch aufgeklärt, dass dies für die Barockmusik typisch sei. So klang also ein C-Dur-Akkord rein und angenehm, ein Cis-Dur- oder As-Dur-Akkord etwas verstimmt, f-moll dagegen wieder sauber. So unterschied man also „gute“ und „böse“ Tonarten! Wieder etwas hinzugelernt! Nun war jeder mit den leicht in sich schwingenden Schlussakkorden in As-Dur versöhnt.

Als Zugabe nach langem Applaus gab es natürlich wieder Telemann. Alle waren sich einig: Dies war ein besonders schönes Rathauskonzert in Ganderkesee.

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