Wildeshausen Jäh bricht die Melodie von „Viva la vida“ ab, die eben noch schwungvoll aus dem Übungsraum am Zeughaus am Krandel klang. Die Saxofone spielen Dirigent Ingo Poth zu langsam, die Trompeten wünscht er sich „forte“. Also greifen die Jungen und Mädchen des Jugendorchesters ein weiteres Mal an diesem Freitagnachmittag zu ihren Instrumenten.

„Das Jugendorchester der Kreismusikschule spielt schon seit Jahren beim Saisoneröffnungskonzert und probt derzeit eifrig dafür“, berichtet die Geschäftsführerin des Musikkorps Wittekind, Cornelia Wolter. Rund 30 Kinder zwischen zwölf und 18 Jahren, die ansonsten beim Musikkorps, beim Blasorchester Wildeshausen (BLOW) und beim Jugendblasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Beckeln spielen, treffen sich einmal pro Woche zur Probe. Neben dem Eröffnungskonzert des Musikkorps arbeiten sie auch auf die nächsten Konzerte von BLOW am 28. April bzw. des Jugendblasorchesters Beckeln am 19. April hin.

Was an diesem Freitag jedoch anders ist, ist die Tatsache, dass Routiniers des Musikkorps dem Nachwuchs über die Schulter schauen und den einen oder anderen guten Tipp geben. Für Brigitte Rohde, Winfried Famulla und Ralf Pöperny ist der Erfahrungsaustausch zwischen Alt und Jung eine der Stärken des Musikkorps.

„Als wir in den 70er Jahren im Musikkorps anfingen, gab es ja nicht viele andere Freizeitbeschäftigungen als Sport, Musik und Feuerwehr“, erinnert sich Pöperny. Zusammen mit Famulla ist er dem derzeit 50 Mitglieder zählenden Musikkorps seit fast vier Jahrzehnten als Trompeter treu geblieben. „Wir sind gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen gegangen und haben nie die Lust am Orchester verloren“, sinniert Famulla.

„Das Miteinander im Orchester ist schon toll“, sagt auch Jugendwartin Brigitte Rohde, die als Klarinettistin einstieg und mittlerweile Saxofon spielt. Sowohl Freundschaften als auch Ehen seien daraus entstanden. „Viele Familien spielen zusammen bei uns“, ergänzt Cornelia Wolter, deren eigene Kinder, als sie noch klein waren, zu den Proben „mit mussten“ und die inzwischen selbst engagiert musizieren.

„Nachwuchs kann man nie genug haben“, freut sich die Geschäftsführerin angesichts der gemeinsamen Probe am Freitag. Von zehn interessierten Kindern bleibe meist nur eines dauerhaft dabei. Darum setze das Musikkorps auch schon bei den Kindern an, die sich jeden Freitag vor dem Jugendorchester treffen, um gemeinsam zu üben. „Jeder ab sechs Jahren, der drei Töne spielen kann, ist uns willkommen“, schmunzelt Wolter.

Soviel Begeisterung steckt an. Als Ingo Poth am Ende der Probe fragt: „Wollen wir es jetzt mal ganz durchrocken, egal was passiert?“ lassen die Jungen und Mädchen sich demgemäß nicht lange bitten: „Viva la vida“!


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Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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